Beide Kandidaten glauben nicht, dass die Stadt beim Bau in Vorleistung gehen kann

Geld für Ortsumgehung fehlt

Aufmerksam: Die Besucher hörten genau zu, was die Kandidaten zu Themen wie beispielsweise der Ortsumgehung zu sagen hatten.

Seit gefühlten 80 Jahren beschäftigt die Ortsumgehung die Felsberger schon, sagte Besucher Klaus Pfaff. Tatsächlich geht es in der Stadt seit knapp 40 Jahren um das Thema, und so kam es auch beim Lesertreff auf den Tisch. Pfaff wollte von Stefan Rother etwas über eine möglichen Durchfahrtsbeschränkung in der Altstadt bis zur Umsetzung der Umgehung wissen.

„Der Schwerlastverkehr muss raus aus der Stadt“, sagte Rother. Es müssten andere Strecken angeboten werden. Es sei ihm klar, dass dann andere betroffen seien. Konkret wurde Rother auf Nachfrage von Moderator Heinz Rohde. „Es könnte die Bundesstraße sein, die durch Niedervorschütz führt.“

Angesprochen auf die Frage, ob es nicht ein Armutszeugnis sei, dass in 40 Jahren nichts in Sachen Ortsumgehung geschehen ist, sagte Volker Steinmetz: „Es hat sich niemand darum gekümmert. Wir hätten die Umgehung vor 20, 30 Jahren haben können.“ Er werde alles tun, dass die Ortsumgehung gebaut wird.

Auch Stromnetz war Thema

Rother sieht gute Chancen, dass das Land die Umgehung baut. Einig waren sich die Kandidaten, dass die Stadt die Umgehung nicht bezahlen kann.

„Es ist utopisch, dass die Stadt in Vorleistung geht“, sagte Steinmetz. Auch Rother sagte: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass unsere Finanzaufsicht das genehmigt.“

Mehrfach wurde Amtsinhaber Volker Steinmetz am Montagabend darauf angesprochen, warum er gegen den erklärten Willen des Parlaments weiter auf den Beitritt der Stadt zur Fulda-Eder-Energie (FEE) setze. Das Parlament hatte beschlossen, die Konzession an Eon zu vergeben. „Natürlich werden die Beschlüsse eingehalten“, sagte Steinmetz. „Aber ich darf als Bürgermeister auch frei denken.“ Er habe schon lange nicht mehr das Gefühl, dass es um das Wohl der Stadt gehe. Er werde sich weiter dafür einsetzen.

Stefan Rother hält eine Beteiligung an der FEE für falsch. „Es kann nicht Aufgabe einer Verwaltung sein, ein Stromnetz zu betreiben“, sagte er. Den Beschluss des Parlaments halte er für den richtigen Weg in Sachen Wertschöpfung. (kam)

Quelle: HNA

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