Geld verdienen, aber wie?

Idylle im Kellerwald: Der Jesberger Ortsteil Elnrode ist zurzeit nur schwer erreichbar. Die Ortsdurchfahrt wird saniert, gleich hinter dem Ortsschild stehen die Bagger. Am Montag tagten dort die Gemeindevertreter. Foto:  Brandau

Jesberg. Alle waren sich einig: Es hätte noch viel schlimmer kommen können. Mit diesem Gedanken verabschiedeten die Jesberger Gemeindevertreter am Montagabend einstimmig den Haushaltsplan des laufenden Jahres.

Der ist nicht ausgeglichen und weist ein Defizit von 145 000 Euro auf. Dennoch zeigten alle Redner einen gesunden Zweckoptimismus. Die gute Konjunktur schüre die Hoffnung auf bessere wirtschaftliche Zeiten, sagte Günter Noll (SPD). Die aber müssten auch bald dringend kommen, denn Jesberg müsse gerade mit dem Kanalbau noch viele Mammutaufgaben schultern. „Da brauchen wir jeden Euro“, betonte Noll.

Auch die CDU sei zufrieden mit dem Zahlenwerk, sagte Heinz Stumpf (CDU). Zwar falle dessen Ergebnis negativ aus, doch sei das Defizit überschaubar.

Kritischer dagegen zeigte sich Martin Burberg von den Jesberger Grünen: Die Gemeinde verwalte den Mangel und es sei keine Besserung in Sicht. Jesberg habe in den vergangenen Jahren viele Einwohner verloren. „Wir müssen mit immer weniger Menschen immer größere Beträge schultern“, sagte Burberg.

Chancen im Tourismus

Er sehe für die Gemeinde vor allem in den Bereichen Tourismus und erneuerbare Energien eine Chance, sagte der Hundshäuser. „Wir könnten hier Energie herstellen und damit Geld verdienen.“ Die Nachbargemeinde Neuental aber habe mit dem Park im Peterswald Jesberg in Sachen Solarenergie bereits überholt.

Burberg sprach auf das schwere Erbe an, das die Gemeinde mit den Dorfgemeinschaftshäusern übernommen habe. Er wolle niemandem ein DGH wegnehmen, aber doch auf den schlechten energetischen Zustand der meisten Häuser hinweisen. Noch dazu seien sie nur sehr schwach ausgelastet. 72 Veranstaltungen hätten 2010 in den fünf Häusern stattgefunden – das sei gerade mal ein Fest pro Monat und DGH. Noch dazu sei die Miete teuer: „Wenn wir uns schon teuere DGHs leisten können, sollten wir sie mietfrei zur Verfügung stellen“, forderte Burberg.

Bürgermeister Schlemmer wies darauf hin, dass die Dorfgemeinschaftshäuser ein sehr sensibles und zugleich schwieriges Thema seien. Man müsse behutsam damit umgehen, wenn man keinen Flurschaden anrichten und die Landflucht noch weiter verstärken wolle. (bra)

Quelle: HNA

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