Insolvenz beantragt

Trotz Geldnot beim AKGG: Betrieb läuft weiter

Schwalm-Eder. Der Arbeitskreis gemeindenahe Gesundheitsversorgung mit Sitz in Melsungen hat am Dienstag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit beim Amtsgericht Fritzlar die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt.

Die gemeinnützige Gesellschaft beschäftigt 253 angestellte Mitarbeiter. Diese werden weiterhin ihrer Arbeit nachgehen und auch der Betrieb läuft trotz des Verfahrens weiter. Der AKGG unterhält in den Landkreisen Schwalm-Eder, Werra-Meißner und Kassel sowie in der Stadt Kassel verschiedene Einrichtungen, in der insbesondere Kinder, Jugendliche und Erwachsene betreut werden. Darüber hinaus werden Beratungsstellen für Frühförderung, ein ambulanter Fachdienst für Menschen mit Behinderungen sowie Integrationsfachdienste und Beratungsstellen unterhalten. „Die Kunden und Klienten können all diese Leistungen auch weiter in Anspruch nehmen“, betont Robert Moos, der mit zwei Kolleginnen die Geschäftsführung übernommen hat.

Aktualisert um 15 Uhr

Vom bisherigen Geschäftsführer hat sich die Gesellschaft wegen des Verdachts auf Managementfehler getrennt. Nachdem im vergangenen Jahr das Weihnachtsgeld zurückgehalten worden war, ist es nun das Novembergehalt, das der AKGG nicht zahlen kann. Mit Beginn des Insolvenzverfahrens wird der Lohn als Insolvenzgeld vom Arbeitsamt ausgezahlt. Moos schätzt, dass es allenfalls um eine kurze Verzögerung kommen kann. Die Fortführung des Geschäftsbetriebs sei sichergestellt. Robert Moos betont: „Einziges Ziel ist der Fortbestand des AKGG als gGmbH.“ Das Amtsgericht hat Carsten Koch von der Kasseler Kanzlei Westhelle zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Er hat einige Wochen Zeit, um ein Gutachten mit Ursachen und Sanierungskonzept zu erstellen. Das Gericht entscheidet dann über den Insolvenzantrag.

Der Jurist Carsten Koch soll im Auftrag des Amtsgerichts als Sachverständiger prüfen, ob die Voraussetzungen für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gegeben sind, also Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung vorliegt, und ob die Verfahrenskosten gedeckt sind. Parallel dazu wurde er als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt und leitet den Betrieb zusammen mit der Geschäftsführung. Er schätzt nach den ersten Tagen die Chancen gut ein, dass der Betrieb Bestand hat – auch in puncto Liquidität. Für eine Auffanggesellschaft gebe es schon einen Bewerber, den AKGG-Verein. Er sei auch zuversichtlich, dass alle Mitarbeiter dabei bleiben, sagte Koch. (bmn)

Quelle: HNA

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