Mineralbrunnenunternehmen macht Rückzieher Hassia wollte Breunaer Wasser kaufen

Breunaer Wasser: Geldquelle wird doch nicht sprudeln

Klaus-Dieter Henkelmann

Breuna. Breunaer Wasser in Flaschen hätte ordentlich Geld in die Gemeindekasse spülen können. Doch daraus wird wohl nichts. Die Hassia Mineralbrunnengesellschaft (Bad Vilbel) zeigte in den vergangenen Monaten Interesse, aus dem gemeindeeigenen Tiefbrunnen Rhöda I künftig jährlich 30.000 bis.50 000 Kubikmeter Wasser zu beziehen.

Wäre diese Geldquelle ins Sprudeln gekommen, hätte sie der Gemeinde nach Auskunft von Bürgermeister Klaus-Dieter Henkelmann geschätzte 50 000 bis 80 000 Euro pro Jahr eingebracht. Vor wenigen Tagen aber erreichte diese Nachricht das Rathaus: Aus dem Geschäft wird nichts. Über die Absage des Unternehmens, das keine Gründe nannte, informierte Henkelmann am Dienstagabend die Breunaer Gemeindevertretung.

Interesse an einem Wassereinkauf bei der Gemeinde Breuna hatte die Mineralbrunnengesellschaft im vergangenen Spätsommer bekundet. Im Gespräch war nicht nur die Förderung aus dem Brunnen Rhöda I mit einer Vergütung zum üblichen Trinkwasserpreis, sondern auch der Bau einer Transportleitung von dort bis nach Westuffeln. Die dortige Wilhelmsthaler Mineralbrunnengesellschaft ist eine hundertprozentige Tochter der Hassia-Gruppe und füllt auch für das Unternehmen Volkmarser Mineralbrunnen Waldhoff ab. Vorgespräche zwischen der Gemeinde und Hassia waren geführt worden, in konkreten Vertragsverhandlungen befanden sich die Beinahe-Geschäftspartner aber noch nicht. Vorausgehen hätte ohnehin ein Genehmigungsverfahren müssen sowie die Zustimmung der Oberen Wasserbehörde beim Regierungspräsidenten in Kassel.

Die Gemeinde Breuna muss nach der Absage nicht nur auf eine wertvolle Finanzspritze für den Haushalt durch den Wassereinkauf selbst verzichten. Die Mineralbrunnenfirma hatte auch erkennen lassen, dass es die Sanierungskosten für den derzeit defekten und vom Netz genommenen Brunnen Rhöda II übernommen hätte. Die Investitionskosten - Henkelmann rechnet nach einer ersten Schätzung mit über 100 000 Euro - wird nun die Gemeinde selbst in absehbarer Zeit schultern müssen. Wassereinkauf und Investitionen durch das Mineralbrunnenunternehmen hätten eine deutliche Entlastung der Gebührenzahler zur Folge gehabt.

In Teilen der Breunaer Bevölkerung hatten die Hassia-Pläne in den vergangenen Monaten dennoch für Unruhe gesorgt. Aus Sorge vor einem möglichen Wassermangel durch den Verkauf des wertvollen Nasses bildete sich sogar eine kleine Bürgerinitiative. „Wasser ist nicht nur ein wirtschaftliches Gut, sondern als tägliches Lebensmittel auch ein emotionales Thema“, äußert Bürgermeister Henkelmann Verständnis für besorgte Bürger. Gleichwohl betont er: „Breuna hat mehr als genug Trinkwasser.“

Von Dorina Binienda-Beer

Quelle: HNA

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