Landgericht verwarf Berufung

Geldstrafe: Gefangener hatte JVA-Bedienstete eingesperrt

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Ende der Flucht: Bei einem Fluchtversuch hatte ein Gefangener zwei Beamte der JVA-Schwalmstadt in einer Wohnung in Fulda eingesperrt und war getürmt.

Schwalmstadt/Fulda. Weil er seine zwei Bewacher, zwei Bedienstete der JVA Schwalmstadt, in eine Wohnung eingesperrt hatte, musste sich in dieser Woche ein Häftling erneut vor Gericht verantworten.

Das Landgericht in Fulda verwarf allerdings die Berufung. Es bleibt für den Gefangenen bei einer Geldstrafe von 300 Euro.

Trotz Fesseln und Bewachung war dem damals 53-jährigen Gefangenen der JVA Schwalmstadt die Flucht geglückt. Er hatte bei einem Besuch seiner Mutter in Fulda die Unaufmerksamkeit seiner Bewacher genutzt, um aus der Wohnung zu türmen. Unter dem Vorwand, auf die Toilette zu gehen, hatte er sich unbemerkt aus der Wohnung geschlichen. Er schloss von außen ab und ließ den Schlüssel stecken. Nach zehn Minuten befreite die Hausmeisterin die beiden Eingeschlossenen. Einen Tag nach seiner Flucht hatte die Polizei den Häftling wieder gefasst. Der verletzte und frierende Flüchtling hatte in Kirche im osthessischen Nüsttal Unterschlupf gesucht.

In erster Instanz war der der Angeklagte wegen Freiheitsberaubung zu einer Geldstrafe von 300 Euro verurteilt worden. In dieser Woche forderte die Staatsanwaltschaft für den Angeklagten acht Monate Haft. Dem folgte das Gericht nicht. Es sei nicht sicher feststellbar, dass die Tat geplant gewesen sei. Wegen der Flucht und beleidigender Briefe an die Justizbehörden muss der Häftling insgesamt 900 Euro Geldstrafe zahlen. Das Landgericht hatte den Mann im Dezember 2007 wegen versuchten Totschlags zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.

Für die beiden Justizvollzugsbeamten des Schwalmstädter Gefängnisses hat der Vorfall disziplinarische Konsequenzen.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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