Geldstrafe für Schläge: 23-Jähriger verprügelte Nebenbuhler

Fritzlar. Mit Schlägen und Tritten traktierte ein 23-jähriger Mann aus dem Schwalm-Eder-Kreis im November vergangenen Jahres einen 24-Jährigen. Für diese Körperverletzung wurde er jetzt vor dem Fritzlarer Schöffengericht zu 60 Tagessätze à neun Euro verurteilt.

Mitangeklagt war ein weiterer junger Mann. Das Verfahren gegen ihn wurde jedoch eingestellt. Das Gericht konnte ihm nicht nachweisen, an der Schlägerei aktiv beteiligt gewesen zu sein. Er stritt eine Tatbeteiligung auch stets ab.

Auslöser des Angriffs war der Streit um eine Frau. Diese ist verheiratet mit dem Opfer, lebte aber getrennt von ihm. Der Übergriff ereignete sich in Bad Zwesten.

Am Tattag war der Angeklagte mit drei Bekannten in einem Auto in Bad Zwesten unterwegs. Die Männer erkundigten sich dort nach dem späteren Opfer. Das Gericht ging daher auch davon aus, dass die Tat nicht spontan erfolgte.

Schließlich traf man den 24-Jährigen. Die Gruppe hielt an, der Angeklagte sprang aus dem Auto und stürzte sich auf sein Opfer.

Nach Aussage einer Zeugin, griff der Angeklagte das Opfer an. Er schlug und trat den 24-Jährigen und soll auch nicht aufgehört haben, als dieser bereits am Boden lag. Der Angegriffene zog sich dabei Gesichts- und Rippenprellungen zu.

Ein 18-Jähriger wollte dem Opfer zu Hilfe kommen. Auch er wurde geschlagen und erlitt dabei eine Trommelfellperforation. In der Verhandlung konnte nicht aufgeklärt werden, wer den jungen Mann verletzt hatte.

So in Rage soll den Angeklagten laut Gericht ein Brief gebracht haben. Ein Brief der Frau, die zwischenzeitlich mit ihm eine Beziehung eingegangen war und in dem sie die Rückkehr zu ihrem Ehemann ankündigte.

Der Angeklagte berief sich vor Gericht auf Notwehr. Er wollte sein Opfer zur Rede stellen, aber nicht angreifen. Das nahm ihm das Gericht aber nicht ab. Der Richter sagte dazu: „Wer sich gezielt nach seinem späteren Opfer erkundigt und dann aus dem Auto auf dieses zu stürmt, dem erkennt das Gericht eine Notwehrlage nicht an.“

Der Angeklagte ist derzeit arbeitslos. Die Staatsanwältin wies ihn daher daraufhin, dass er die Strafe auch abstottern oder abarbeiten könne. (zam)

Quelle: HNA

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