Vom Ölbild Schwälmer Tischgebet des Malers Rudolf Otto ist ein weiteres Original in der Region aufgetaucht

Gemälde in der dritten Auflage

Gemälde Nummer drei: Kunsthändler Jürgen Wollmann besitzt vermutlich die älteste Variante des Schwälmer Tischgebets des Malers Rudolf Otto. Foto: Grede

Schwalmstadt/Willingshausen. Eine Szene, und inzwischen ein drittes Gemälde: Eine weitere Variante des Gemäldes Schwälmer Tischgebet des Malers Rudolf Otto (1887-1962) erwacht jetzt aus dem Dornröschenschlaf. Auch in den Beständen des Treysaer Kunsthändlers Jürgen Wollmann lagert ein weiteres Original des Carl Bantzer-Schülers, der ab 1907 auch in der Künstlerkolonie Willingshausen gewirkt hat.

Jeweils eine Version des Sujets, in genau den gleichen Bildausmaßen, besitzen der Ziegenhainer Bernd Völker und das Malerstübchen Willingshausen (wir berichteten). Nach Erkenntniss des Vorsiztenden des Vereins Malerstübchen, Helmut Geißel, zeigt die dargestellte Szene die Familie des Leinewebers Rupp aus Merzhausen, bekannt durch das Bantzer-Gemälde Hessischer Erntearbeiter. Der Malerkolonie-Experte zeigte sich nun überrascht, dass ein weiteres Orginal existiert.

Aus Österreich

Jürgen Wollmann erwarb das Gemälde im vergangenen Jahr im österreichischen Graz. Er geht davon aus, dass es sich bei seinem Gemälde um eine Art Vorstudie für die beiden anderen Bildern handeln könnte. Belegen könnte dies auch die Darstellung des bei den Malern als Modell äußerst beliebten Leineweber Rupp. Wollmanns Gemälde ist wie die beiden anderen vom Künstler signiert. Der Kunstexperte schätzt seine Darstellung als expressiver als die beiden anderen ein. Insbesondere die Gesichter der Dargestellten seien nicht so ausgemalt. Es sei nicht ungewöhnlich, dass Künstler selbst Duplikate anfertigten, selten allerdings, dass ein Gemälde in dreifacher Originalanfertigung existiert.

Entstehungsdatum

Während Bernd Völker das Gemälde in Freiburg erwarb, lassen sich die Wege des Malertstübchen-Exemplars nicht mehr zurück verfolgen. Bis jetzt nicht genau geklärt ist der Entstehungszeitpunkt der drei Gemälde. Ein nächster Schritt werde es sein, so Geißel, die drei Gemälde zusammen zubringen, damit die Experten weitere Vergleiche ziehen können. (ARTIKEL UNTEN)

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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