Arbeit, wie sie früher war

Gemälde von Karin Dieling im Bergbaumuseum

+
Wiedersehen bei der Ausstellungseröffnung: Die ehemaligen Schulkameradinnen Hiltrud Bähre (links) und die Künstlerin Karin Dieling.

Borken. Von der harten Arbeit der Bergleute erzählen die Gemälde der Künstlerin Karin Dieling, die derzeit im Bergbaumuseum in Borken unter dem Titel „Verlorene Arbeitswelten“ ausgestellt werden.

 Dieling weiß, wie schwer die Arbeit unter Tage ist. Die Künstlerin aus Maintal bei Frankfurt stammt aus einer Bergbaufamilie in Großenenglis und studierte an der Werkkunstschule in Kassel.

Nach zahlreichen Ausstellungen in Südhessen sind ihre Bilder nun zum ersten Mal in ihrer alten Heimat zu sehen. Kunstwissenschaftlerin Anne-Kathrin Auel, Direktorin des Kunstvereins Schwerin, stimmte die 50 Gäste bei der Ausstellungseröffnung auf die Gemälde ein.

„Die Arbeit unter Tage hatte es in sich“, sagte Auel. Das erkenne man in den sozialkritischen Arbeiten von Karin Dieling schon an den Titeln wie „Schwere Arbeit“ und „Konzentration“. Die Künstlerin sei zu der Bilderreihe durch eine Dokumentation über das Grubenunglück in Stolzenbach im Jahre 1988 inspiriert worden.

Auel erinnerte einfühlsam an die Opfer und Hinterbliebenen des Unglücks, das zusammen mit dem Borkener Bergbau in Erinnerung bleiben werde. Die Bilder von Dieling drückten die gemischten Gefühle aus, die mit dem Bergbau verbunden seien, unter anderem durch die Wahl der Farben. Dielings Bilder, gemalt mit Acrylfarben auf Leinwand, erinnerten an die Werke expressionistischer Maler wie Edvard Munch und Käthe Kollwitz.

Sie liebt Farben „Ich liebe Farben“, sagte die Künstlerin. Sie wähle sie intuitiv und sei fasziniert, wie man mit Farben ein Bild zum Klingen bringen könne. Das Lieblingsbild der Ausstellung sei das Gemälde „Konzentration“, weil es so farbenfroh sei und schon ein wenig ins Unwirkliche abgleite. So trägt der dargestellte Bergmann gelbe Arbeitskleidung und grüne Handschuhe, dennoch wirkt das Bild nicht fröhlich, die Mühe der Arbeit unter Tage wird trotz der hellen Farben sinnfällig.

Bei den Besuchern kamen die Bilder gut an: „Ich finde sie sehr schön, es greift einen richtig an“, sagte die Niederländerin Tiny Derks, die zum 45. Mal ihren Urlaub in Großropperhausen verbringt. Durch die HNA erfuhr sie von der Ausstellungseröffnung am „Blauen Sonntag“ des Netzwerkes Industriekultur. Hiltrud Bähre war vor allem wegen der Künstlerin selbst gekommen, die beiden Frauen waren Klassenkameradinnen.

Ausstellung bis 25. Oktober dienstags bis sonntags 14 Uhr bis 17 Uhr.

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare