Ein Glaube ohne Waffen

Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat spricht sich gegen den Terror aus

Wabern. Immer wieder hört die Welt von Gewalt durch den Glauben. Die Terrororganisation ISIS hatte vor einiger Zeit im Irak ein Kalifat ausgerufen und ihren Anführer Abu Bakr Al-Baghdadi zum vermeintlichen Anführer aller Muslime erklärt. Die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde in Wabern tritt für einen Glauben ohne Waffen ein.

Silvio K. sorgte vergangene Woche für Schlagzeilen, als er mit einem Anschlag auf ein US-Atombombenlager in Deutschland drohte, wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung berichtete. Er hatte den Treueeid auf den Terrorchef in Syrien geleistet.

Die Ahmadiyya-Gemeinde in Wabern distanziert sich entschieden davon und sagt, Glaube sei nur ohne Waffen möglich. Ihr Oberhaupt, der fünfte Kalif Hadhrat Mirza Masroor Ahmad, der in London lebt, erklärt zum Beispiel: „Bedauerlicherweise hält die Mehrheit der islamischen Anführer und Würdenträger die vom Islam erwarteten Standards nicht aufrecht. Stattdessen erliegen sie politischen Motiven und einem Wunsch nach Macht.“

Der Islam dürfe nicht mit dem Schwert verbreitet werden, sondern mit der Feder. „Man kann keinen zum Glauben zwingen“, sagt Basel Aslam von der Gemeinde in Wabern. Der freie Wille sei entscheidend. „Ohne Glaube kann der Mensch nicht den Sinn des Lebens finden.“

73 Glaubensrichtungen gibt es im Islam. Dadurch, dass die Menschen in anderen Ländern oft ungebildet seien, komme es zu Fehlleitungen. „Der Islam lehnt Gewalt und Terrorismus ab“, sagt Basel Aslam weiter. Zu Fehlinterpretationen könne es auch dadurch kommen, dass der Koran aus vielen Metaphern bestehe und aus dem Arabischen komme.

Aber: „Frieden kann auf der Welt nur Einzug halten, wenn die Menschen Gott erkennen und verstehen, dass es ausschließlich durch die Liebe zum Schöpfer möglich wird, seine Schöpfung zu lieben“, zitiert Aslam den Kalifen.

Die Ahmadiyya-Gemeinde werde in anderen Ländern verfolgt, weil sie an den Kalifen glaube. Der Kalif wird von einem Komitee gewählt. Das Kalifat verfolgt das Ziel des Glaubens und Friedens, keine weltlichen oder politischen Ziele. Aufgabe des Kalifen ist es, interne Probleme zu regeln und das Miteinander fördern.

Die Ahmadiyya-Gemeinde in Wabern hat 100 Mitglieder. Regelmäßig organisiert die Gemeinde daher Veranstaltungen, wie den Tag der Religionsstifter oder den Tag für Frauen.

Das Wort „Dschihad“ bedeutet übrigens „sich bemühen, sich anstrengen“. Dabei sind drei Arten zu unterscheiden: Das eigene Ego in den Griff zu bekommen, die Lehre des Islams zu verbreiten und Frieden zu etablieren.

Aslam und die Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat in Wabern halten fest: „Je mehr man weiß, desto besser kann man darüber reden. Das gilt auch für den Glauben.“

Von Marie-Therese Gewert

Quelle: HNA

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