Gemeinde Habichtswald gegen Salzpipeline durch Trinkwasserschutzgebiet

+
Statt in die Werra (Foto) will K+S seine Salzlauge künftig in die Oberweser einleiten: Hierfür plant der Düngemittelhersteller eine Pipeline, die zwischen der A 44 und Ehlen von Süden in Richtung Norden verlaufen soll. Beim RP hat die Gemeinde Habichtswald nun ihre Bedenken angemeldet. Foto: Uwe Zucchi

Habichtswald. Den geplanten Bau einer Salzpipeline durch den Kasseler Düngemittelhersteller K+S sieht die Gemeinde Habichtswald sehr kritisch. Die Gemeinde hat jetzt von ihrem Recht Gebrauch gemacht und beim Regierungspräsidium Kassel ihre Bedenken geäußert. Das sagte Bürgermeister Thomas Raue während der Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend in Dörnberg.

Über die Pipeline will K+S seine Salzlauge zur Oberweser transportieren. Die Trasse verläuft von Süden kommend parallel zur Gasfernleitung Midal (Mitte-Deutschland-Anbindungs-Leitung) und damit angrenzend an den Ortsteil Ehlen in Richtung Zierenberg und von dort in den Altkreis Hofgeismar.

Problematisch aus Sicht der Gemeinde ist die Querung der Trinkwasserschutzzone des Pumpwerkes Breitenbach. „Hier sehen wir die wasserrechtlichen Belange des Trinkwasserschutzgebietes verletzt“, sagte Raue am Donnerstagabend. Bei der Planung werde lediglich der oberste Grundwasserhorizont berücksichtigt, das Gefährdungspotenzial für tiefer liegende Grundwasserleiter sei ungeklärt. Auch weil K+S in seinen Unterlagen keinen Bezug auf die Versickerung salzhaltiger Abwasser nehme, lehnt die Gemeinde Habichtswald die Trasse durchs Trinkwasserschutzgebiet ab.

Doch noch ein weiterer Punkt passt der Kommune nicht ins Konzept. Schon jetzt beschneide die Gasfernleitung Midal die Entwicklungsmöglichkeiten der Gemeinde zwischen der A 44 und Ehlen. „Würde nun noch zusätzlich die Rohrfernleitung parallel zur Streckenführung der Midal verlegt werden, würde der erforderliche Schutzstreifen noch mehr Raum einnehmen, so dass der Gemeinde Habichtswald ein wichtiger Entwicklungskorridor unwiderruflich genommen würde“, so der Verwaltungschef. Seiner Meinung nach würde sich die Fläche zwischen der A 44 und der Ortslage Ehlen optimal als zukünftiger autobahnnaher Logistik- und Gewerbestandort anbieten.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare