Beratungsstelle für seniorengerechten Hausumbau

Gemeinde Habichtswald plant Projekt gegen Leerstand

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Neue Konzepte: Den Dörfern und Städten im Wolfhager Land drohen Leerstände. In Habichtswald schiebt Bürgermeister Thomas Reue nun ein Projekt an, mit Hilfe dessen, Immobilien für Senioren attraktiver werden sollen. Das Foto zeigt die Ortsmitte Ehlens.

Habichtswald. Mit der zunehmenden Überalterung rollt auf viele nordhessische Gemeinden ein Problem zu: Die Zahl leerstehender Wohnungen und Häuser wird dramatisch zunehmen. In der Gemeinde Habichtswald will Rathauschef Thomas Raue nun gegensteuern.

Ihm schwebt ein Pilotprojekt vor, in dem es darum geht, von Leerstand bedrohte Gebäude so umzugestalten, dass sie weiterhin von alten Menschen bewohnt werden können.

Die Idee: Die Gemeinde, ein Architekt und ein sozialer Dienstleister sollen eine Art Kompetenzteam bilden, an das sich ältere Menschen oder deren Angehörige wenden können. Oft seien es kleine bauliche Veränderungen, die einen Verbleib in den eigenen vier Wänden ermöglichen. Nach Raues Einschätzungen, liege der Anteil älterer Menschen, die ihren Lebensabend in einer Wohnanlage verbringen wollen, bei etwa fünf Prozent. „Der allermeisten wollen doch daheim bleiben.“ Mit dem Einbau eines Aufzugs, mit einem barrierefreien Zugang zur Dusche und der Verbreiterung von Türen könne diesem Wunsch vielleicht schon entsprochen werden.

Thomas Raue weiß um die Sensibilität des Themas. Man könne schlecht auf Menschen der älteren Generation zugehen und fragen, wie sie sich die nächsten 20 Jahre vorstellen. Und auch innerhalb der Familien ist die Frage der Betreuung und Versorgung der Eltern und Großeltern oft ein Tabu. „Was wir aber tun können, ist eine Anlaufstelle einzurichten, wo wir eine Beratung anbieten“, sagt der Bürgermeister. Es geht darum Wege aufzuzeigen und Möglichkeiten auszuloten, wie alte Menschen lange in ihrem Heim bleiben können und Habichtswald von Leerständen weitgehend verschont bleibt.

Bessere Vermarktung

Ein Zuschnitt von Häusern auf die Bedürfnisse Älterer sei zudem eine Aufwertung von Immobilien. Nach dem Tod eines Menschen lasse sich doch eine seniorengerecht umgebaute Wohnung viel besser vermarkten, sagt der Verwaltungschef mit Blick auf die für die kommenden Jahre erwartete Zunahme alter und auch alleinstehender Menschen.

Hoffen auf Fördermittel

Seine Idee in ein Pilotprojekt zu gießen, hätte den Charme, eventuell Fördermittel abgreifen zu können. In den kommenden Monaten soll es zu dem Thema eine Informationsveranstaltung geben. Dass es die Menschen beschäftigt, zeige die Resonanz auf das kürzlich vorgestellte Konzept für die in Ehlen geplante Wohnanlage 50plus. Das Projekt stecke noch in den Kinderschuhen und bereits in dieser frühen Phase hätten sechs Personen ernstes Interesse an einer der Wohnungen angemeldet.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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