Gemeinde Körle sucht nach Lösungen für Jugend-Angebote

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Körle. Jugendliche brauchen Raum zum Experimentieren. Sie brauchen einen Ansprechpartner, und sie müssen ernst genommen werden – darin sind sich in der Gemeinde Körle alle einig. Dennoch ist unklar, wie es zukünftig mit der Jugendpflege in Körle weitergehen soll.

Darüber diskutierten Mitglieder des Kirchenvorstands, der Gemeindevertretung sowie Eltern und Jugendliche anin der Berglandhalle.

Grund für die Unklarheiten ist der Ausstieg der Evangelischen Kirchengemeinde Körle aus der Finanzierung. Das bedeutet, dass ab dem kommenden Jahr etwa 9000 Euro für die Jugendarbeit in der Gemeindekasse fehlen werden. „Wir können uns aufgrund unserer finanziellen Situation nicht verschulden“, erklärt Vroni Forst-Kurreik, Mitglied im Kirchenvorstand. Unter anderem aus finanziellen Gründen ist die Stelle der Jugendpflege in Körle zurzeit nur halb besetzt. Das habe natürlich auch ein abgespecktes Angebot für die Jugendlichen zur Folge.

Wie das in Zukunft konkret aussehen soll, da haben Kirche und Jugendpfleger Michael Urban unterschiedliche Vorstellungen: Dreimal wöchentlich öffnet er den Jugendclub im Evangelischen Gemeindehaus. Für rund 100 Jugendliche ist das ein Treffpunkt zum Kochen, Musik hören und sich Austauschen.

Zudem organisiert Michael Urban, auch in Kooperation mit anderen kommunalen Jugendpflegestellen, Projekte, Jugendfreizeiten und die Kinderferienspiele. „Es müssen Angebote sein, die die Jugendlichen interessieren“, sagt der Jugendpfleger. Denn die Kontakte mit den jungen Leute seien wichtig – die meist präventive Arbeit könne unter anderem dazu beitragen, dass diese nicht auf die schiefe Bahn geraten. „Und das funktioniert nur in einem stabilen sozialen Gefüge“, sagt Michael Urban.

Dass die Jugendarbeit in Körle erhalten bleibt, ist auch den Jugendlichen wichtig. „Wir haben einen zentralen Treffpunkt vor Ort, um Kontakte zu pflegen. Sonst würden wir unsere Freunde nur noch selten sehen“, sagen Lukas Grenzebach und Felix Bakowies.

Die Evangelische Kirchengemeinde will sich zukünftig mehr auf die christliche Kinder- und Jugendarbeit konzentrieren. Momentan ist deshalb auch noch unklar, ob die Räume im Gemeindehaus der Jugendpflege weiterhin zur Verfügung stehen. „Ich hoffe, dass sich das in der Kirchenvorstandssitzung im Oktober entscheiden wird“, sagt Bürgermeister Mario Gerhold.

Fakt ist, die neue Situation erfordert neue Pläne – und bis 2012 muss Klarheit herrschen. Bürgermeister Mario Gerhold will deshalb nach vorne schauen: „Wir sollten nicht gegeneinander, sondern miteinander nach Lösungen suchen.“

Er wird sich gemeinsam mit Maria Carolina Palm-Döring, Stefan Brieger, Thomas Bakowies und Michael Urban in einer neuen Interessengruppe mit dem Thema beschäftigen, das auch in der Gemeindevertretersitzung im November auf der Tagesordnung stehen wird.

Im Gespräch sind bereits eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Jugendpflege in Guxhagen sowie mit Schulen und Kindergärten und die Gründung eines Fördervereins, um eventuell das fehlende Geld für die Jugendarbeit durch Zuschüsse auftreiben zu können.

Quelle: HNA

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