Guxhagen ist 22 Millionen Euro wert

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Gemeindeeigentum: Eröffnungsbilanzen geben auf Euro und Cent Antwort auf die Frage, was das Schwimmbad, die Kindergärten oder die Bibliothek einer Kommune wert ist.

Guxhagen. Im Guxhagener Rathaus gibt es neue Akten. Gefüllt sind sie mit Datenblättern, die das Gemeindevermögen auflisten. Mit den Ordnern in der Hand kann Kämmerer Frank Jacob sofort sagen, was der Gemeindewald, das Kanalnetz oder das Rathaus wert sind.

Oder die Feuerwehrhäuser der Gemeinde, die zusammen mit 453 000 Euro in der Bilanz stehen.

Jahre sind vergangen, seit Rathausmitarbeiter anfingen, die Datenblätter herzustellen und die Ordner zu füllen. Antrieb war die Einführung der Doppelten Buchführung in Konten, unter Verwaltungsleuten kurz Doppik genannt. Mit ihr musste eine Eröffnungsbilanz her, die nun allen Neugierigen einen Blick ins Gemeindesäckel öffnet: Das Vermögen der Fuldagemeinde beträgt 22 Mio. Euro bei einer Eigenkapitalquote von knapp 45 Prozent.

„Es war wahnsinnig viel Arbeit.“

Kaufmännische Buchführung und Eröffnungsbilanz, damit kann Guxhagen künftig ähnlich wie ein Unternehmen rechnen. Nur dient das Ganze nicht wie in einem Wirtschaftsbetrieb der Gewinnmaximierung.

Daseinsvorsorge

Vielmehr geht es beispielsweise darum, den Verbrauch von Ressourcen mit zu bedenken, Vermögen kontinuierlich abzuschreiben und parallel neue Werte zu schaffen, um optimale Daseinvorsorge für die Einwohner betreiben zu können. Um den Verkauf des Vermögens geht es dabei in der Regel nicht, abgesehen davon, dass sich wohl sowieso kein Käufer für Friedhöfe, das Rathaus oder die Gemeindestraßen finden würde.

Geschirr und Heckenschere

Eigentum der Gemeinde Guxhagen: links die Gemeindestraße zum Rathaus, rechts das Rathaus mit Feuerwehrhaus und vorne ein Hydrant als Bestandteil der gemeindeeigenen Wasserversorgung. Fotos: Grugel

„Es war wahnsinnig viel Arbeit“, sagt Kämmerer Frank Jacob zur Einführung der neuen kaufmännischen Buchführung. Schon die Einführung der Doppik samt Ausbildung der Mitarbeiter habe 247 000 Euro gekostet. Den Vogel aber schoss die Erfassung der Vermögenswerte ab. Zwar waren für Werte unter 3000 Euro keine Datenblätter fällig. Dennoch mussten selbst Tische im Rathaus, Heckenscheren im Bauhof und Geschirr in den Gemeinschaftshäusern in der Bilanz berücksichtigt werden. Alles zusammen kommt nun Jahr für Jahr bei einer Inventur neu auf den Prüfstand.

Von Lorenz Grugel

Quelle: HNA

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