Gemeinde Morschen will gegen Edeka-Pläne in Alheim klagen

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Der im November eröffnete Edeka-Markt in Morschen 

Morschen. Mit juristischen Mitteln will die Gemeinde Morschen verhindern, dass im Nachbarort Alheim-Heinebach im Lauf dieses Jahres ein großer Edeka-Markt errichtet wird. Dafür gaben die Morschener Gemeindevertreter am Donnerstag grünes Licht.

Der Hintergrund: Erst im November wurde am Ortsausgang Altmorschens in Richtung Heinebach ein neuer Edeka-Markt eröffnet - nur wenige Kilometer von dem geplanten Markt bei den Nachbarn, der um mehr als 50 Prozent größer ausfallen soll. Die Morschener fürchten Kaufkraftverluste und sagen, es werde genehmigungsrechtlich mit zweierlei Maß gemessen.

Die Freude war groß in Altmorschen, als im November das neue Edeka an der Nürnberger Landstraße aufmachte und ein viel breiteres Sortiment bietet als das bisherige Geschäft im Ortskern. Mit einem großen Konkurrenten in Richtung Nachbardorf wäre die Wirtschaftlichkeit des Morschener Marktes auf Dauer ernsthaft gefährdet, sagt Bürgermeister Herbert Herbert Wohlgemuth: „Bei einer Schließung wäre der Einzelhandel in Morschen zusammengebrochen.“

Zwei große Edekas auf kurze Entfernung - zu dieser ungewöhnlichen Lage kam es, weil verschiedene Betreiber hinter den Projekten stecken. Der Morschener Markt wird von der Edeka Hessenring in Melsungen selbst betrieben. Die Federführung bei dem Vorhaben in Heinebach hat hingegen der Bad Hersfelder Unternehmer Thorsten Hellwig, der mit seiner Firma 25 Lebensmittelmärkte im Raum Kassel, Schwalm-Eder und Werra-Meißner betreibt.

Dort bietet er auch das Warensortiment der Edeka an, hat darüber hinaus aber noch weitere Möglichkeiten, seine Angebote zu gestalten. Die Morschener betrachten nicht nur die drohende Abwanderung von Einkaufskundschaft mit Sorge, sie fühlen sich im Genehmigungsverfahren für ihr eigenes Supermarktprojekt benachteiligt. „Wir mussten mit 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche auskommen, den Alheimern wurden 1900 Quadratmeter genehmigt“, führte Bürgermeister Wohlgemuth am Donnerstag in der Gemeindevertretersitzung aus.

Der Gemeindevorstand habe sich juristisch beraten lassen und gehe davon aus, dass es „erhebliche gutachterliche Mängel bei der wirtschaftlichen Beurteilung“ des Vorhabens in Heinebach gegeben habe. Das sei nicht hinnehmbar, und deshalb wolle man klagen, erläuterte Wohlgemuth. Durch eine so genannte Normenkontrollklage soll nun verwaltungsgerichtlich festgestellt werden, ob bei der Genehmigung beider Edeka-Vorhaben mit zweierlei Maß gemessen wurde.

Für den Fall, dass die Gemeinde Morschen dabei Recht bekommt, will sie per Eilverfahren einen Baustopp in Heinebach durchsetzen. Die Gemeinde Alheim hat für ihre Supermarktpläne bereits Baurecht geschaffen. Fürs Frühjahr ist der Baubeginn geplant, bis zum Jahresende möchte Investor Hellwig seinen neuen Edeka-Markt in Betrieb nehmen. (asz)

Quelle: HNA

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