Bad Zwestens Bürgermeister Michael Köhler legte Haushalt für 2015 vor

Gemeinde ruft nach Hilfe

Bad Zwesten. Die Prognosen für den Haushalt der Gemeinde Bad Zwesten bleiben düster. Einen Haushaltsausgleich sieht Bürgermeister Michael Köhler auch in den nächsten Jahren nicht für Bad Zwesten. Dick wie ein Telefonbuch liegt der Haushaltsplan 2015 den Gemeindevertretern nun vor.

Köhler stellte das Werk in der Sitzung der Gemeindevertreter vor. Er weist erneut ein Defizit aus. 297 000 Euro fehlen für den Ausgleich. Damit sei der Kurort aber dennoch auf einem guten Weg, meinte Köhler. Das Defizit betrug 2009 nahezu eine Million Euro – Tendenz sinkend.

„Wir sparen und brechen Standards, wollen aber auch die Attraktivität der Gemeinde halten, das ist eine echte Sisyphosarbeit“, beschwerte er sich. Das ermüde und sei unbefriedigend. Ohne fremde Hilfe werde es künftig schwer sein, den Haushalt dauerhaft auszugleichen. 

Für den größten Finanzbrocken sorgt der Erwerb von Anteilen an der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF). Damit soll der spätere Verkauf des Schwimmbades an den Energieversorger vorbereitet werden. Das Bad soll noch im kommenden Jahr saniert werden.

Der Ankauf der Anteile ist im Plan mit einer Million Euro veranschlagt. Dieser Betrag werde sich aber über ein Steuersparmodell, das damit verbunden sei, rentieren, erklärte Köhler.

Für die Erweiterung des Feuerwehrhauses in Bad Zwesten sind 150 000 Euro eingeplant, ein neues Feuerwehrauto für Niederurff schlägt mit 60 000 Euro zu Buche, die Erschließung für die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung im Neubaugebiet Linngärten wird 90 000 Euro kosten. Die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf die LED-Technik wird 225 000 Euro kosten.

Als problematisch sieht Köhler die gestiegenen Kosten durch das Kinderförderungsgesetz (Plus 54 000 Euro). Dadurch steige das Defizit im Bereich der Kindergärten auf 465 000 Euro. Auch die Haushaltsführung nach dem Doppik-System verursache weiter höhere Kosten. Ein halbe Stelle müsse dafür geschaffen werden, und es fielen höhere Standleitungskosten an.

Die Abschreibungen bei den Investitionen betragen 944 000 Euro. Dazu komme die schlechtere Einnahmesituation der Gemeinde durch geringere Zuweisungen vom Land.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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