Beteiligung an Energiegenossenschaft: Parlament will erst die Verträge sehen

Gemeinde tritt die Bremse

Neu am Netz: In dieser Woche wurde das Biomassezentrum in Kirchhain- Stausebach eingeweiht. Damit erhöht die EAM ihre Kapazitäten an Biogas. Davon soll die Energiegenossenschaft in Wasenberg profitieren. Foto: privat/nh

Willingshausen. Die Signale für die Energiegenossenschaft, die in Wasenberg eine Nahwärmenetz betreiben will, stehen von Seiten der Gemeinde weiterhin auf Grün. Dennoch trat das Gemeindeparlament in seiner Sitzung am Donnerstagabend in der Antreffhalle in Sachen Nahwärme für Wasenberg erst einmal auf die Bremse: Die Kommune wird erst Mitglied der Genossenschaft, wenn die vertraglichen Konditionen feststehen. Die werden zum einen zwischen Genossenschaft und Wärmelieferanten (EAM) fixiert, zum andern zwischen Gemeinde und Genossenschaft.

Für die Genossenschaft beißt sich damit die Katze in den Schwanz: Denn in der Gründungsphase ist sie noch nicht geschäftsfähig, da sie noch nicht eingetragen ist. Deshalb könnten auch noch keine Verträge, vor allem mit der EAM, rechtskräftig unterschrieben werden. Das unterstrich nicht nur FDP-Sprecher Herbert Krey. Auch der Genossenschaftsvorsitzende Heinz Heilemann wies daraufhin, dass die Zeit dränge. In der nächsten Woche sollen bereits die Planungen beginnen. Dann werde die Menge der benötigten Energie berechnet, und dafür müssten auch die am Nahwärmenetz beteiligten Gebäude feststehen. Danach richte sich auch die Förderung in Höhe von ca. 1,1 Mio. Euro. Die Gemeinde wäre mit ihren öffentlichen Einrichtungen wie Rathaus, Kindergarten und Schwimmbad dabei. Heilemann stellte auch Neuerungen im Nahwärme-Konzept vor. Demnach würde sich das Risiko für die Genossenschaft verringern, da die EAM in einem Pilotprojekt bereit sei, die gesamte Heiztechnik zu übernehmen. Die Genossenschaft wäre nur noch für das Wärmenetz zuständig. Möglich werde das durch eine erhöhte Kapazität an Biogas durch die Inbetriebnahme des Biomassezentrums in Kirchhain-Stausebach (siehe Artikel links).

Ulrich Riebeling (BGL/FWG) verlangte mehr Klarheit. „Es geht nicht, dass wir Genossenschaftsmitglied werden, ohne den Gestattungsvertrag zu kennen.“ Es sei nicht zu viel verlangt, das Konzept erst einmal auf seine Belastbarkeit zu prüfen. Grundsätzlich sieht man auch in der CDU weiteren Klärungsbedarf. Dennoch versuchte ihr Sprecher Stefan Völker zu beschwichtigen: „Wenn das Nahwärmenetz kommt, dann sind wir mit im Boot.“ Er begrüßte, dass man mit der EAM einen starken Partner im Boot habe.

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Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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