Hebammen fehlen im Altkreis Wolfhagen

Gemeinden verzeichnen mehr Geburten im Altkreis Wolfhagen

Wolfhager Land.  Im Wolfhager Land gibt es erneut mehr Nachwuchs:

Im Jahr 2017 haben Mütter, die im Wolfhager Land leben, 267 Kinder zur Welt gebracht. Im Jahr 2016 waren es dagegen nur 239 Kinder. Damit liegt der Altkreis im Trend: Laut Statistischem Landesamt ist die Zahl der Geburten im gesamten Landkreis Kassel seit 2006 um satte 20 Prozent gestiegen.

Den Baby-Boom im Altkreis Wolfhagen bestätigt auch Dr. Marion Reif-Kaiser von der gynäkologischen Gemeinschaftspraxis an der Wolfhager Kreisklinik. Sie sagt, dass der Anstieg nicht ausschließlich mit dem Zuzug von Flüchtlingen in den vergangenen Jahren zusammenhänge. Vielmehr würde die wirtschaftlich gute Lage dazu führen, dass es mehr Geburten gebe.

Seit der Schließung der Geburtshilfe in der Wolfhager Klinik im Jahr 2014, bringen die meisten Frauen aus dem Altkreis Wolfhagen ihre Kinder entweder im Kasseler Klinikum, im St. Elisabeth-Krankenhaus in Volkmarsen oder im Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar zur Welt, erklärt Dr. Marion Reif-Kaiser. Ein großes Problem sieht die Frauenärztin allerdings darin, dass es nur noch eine praktizierende Hebamme in Wolfhagen gibt: „Ich sage meinen Patienten immer, dass sie sich so schnell wie möglich um eine Hebamme kümmern sollen.“

Hebamme Kathrin Fischer aus Wolfhagen bemerkt den Geburtenanstieg ebenfalls, sieht sich aber zunehmend gezwungen, vielen Frauen abzusagen, weil sie keine Kapazitäten mehr habe. „Ich betreue teilweise schon Frauen in Baunatal, weil es kaum noch Hebammen gibt – in Wolfhagen bin ich die einzige“, sagt sie. Wegen der angehobenen Haftpflichtversicherung stiegen immer mehr ihrer Kollegen aus dem Beruf der Hebamme beziehungsweise der Geburtshelferin aus, sagt sie.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Foto: dpa

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