Hessenweiter Zusammenschluss geplant: Gemeinsam gegen die Stromtrasse

Hartmut Spogat

Fritzlar/Homberg/Knüllwald. Gemeinsam ist man stärker, davon ist Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat überzeugt. Und diese Stärke brauche man auch, um in Sachen Stromtrasse Südlink gehört zu werden.

Denn die Bürgermeister der Kommunen Fritzlar, Homberg und Knüllwald sowie Vertreter der Bürgerinitiativen Fritzlar und Homberg haben sich viel vorgenommen. Sie wollen für ganz Hessen einen Zusammenschluss aller Bürgermeister und Landräte der von der Planung betroffenen Kommunen und Kreise erreichen.

An ihrer Seite wissen sie bereits den Bad Emstaler Bürgermeister Ralf Pfeiffer, der die Verbindung ins Wolfhager Land und bis hinein nach Nordrhein-Westfalen und nach Hannover knüpfen will.

Verbindungen knüpfen

Die Verbindung nach Mittel- und Osthessen bestehe über Bürgermeister Jörg Müller aus Knüllwald und Bürgermeister Walter Glänzer aus Neuenstein. Für den Schwalm-Eder-Kreis koordiniert Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat die Aktivitäten. Er betont, dass mit Bekanntwerden des Antrages zur Bundesfachplanung am 10. Oktober umgehend alle Raumwiderstände noch einmal geprüft werden sollen. Denn bis zur Antragstellung an die Bundesnetzagentur blieben dann nur noch vier Wochen, um Widerspruch einzulegen.

Grundsätzlich sei die Notwendigkeit der Trasse in Frage zu stellen, so Spogat. „Wir wollen das prüfen lassen.“ Vor allem gelte es aber, die Bürger zu mobilisieren. Er sei überzeugt, dass wenn alle Entscheidungsträger gemeinsam vorgehen, eine umwelt- und menschenverträgliche Lösung gefunden werden könne.

Massives Vorgehen

Spogat rechnet damit, dass sich Mitte Oktober alle Bürgermeister treffen werden, um gemeinsam massiv gegen die Pläne vorzugehen. „Der bisherige Dialog sei eine reine Alibiveranstaltung gewesen“, betont Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Es sei wichtig, die Städte und Gemeinden ganz aktiv an der Planung zu beteiligen.

„Wir fühlen uns in unserem Planungsrecht beschnitten“, so Spogat. Denn das liege eigentlich bei den Kommunen, doch diese würden nicht gefragt. Daher habe man auch überlegt, die Verfassungsmäßigkeit prüfen zu lassen (wir berichteten). Schließlich würde nach den derzeitigen Plänen der Landkreis von Südlink quasi zerschnitten. „Andere profitieren und die Nachteile bleiben bei uns“, so Spogat im HNA-Gespräch. Eine Folge sei bereits jetzt, dass zum Beispiel Hauseigentümer des Wohngebietes Roten Rain in Fritzlar aus Sorge mit dem Gedanken spielten, ihre Häuser zu verkaufen. (may)

Quelle: HNA

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