Gemeinsam klingt es gut

Gesangverein Allendorf/Landsburg feiert 100. Geburtstag

Gruppenfoto vor der Kirche: Die Mitglieder des Gesangvereins wollen das 100-jährige Bestehen des Chores am 6. und 7. Juli im Zelt auf dem Festplatz in Allendorf feiern. Foto: Privat/nh

Allendorf/Landsburg. Im Frühjahr 1913 gründete sich der Gesangverein Allendorf: Dazu trafen sich 20 Männer auf Anregung des damaligen Lehrers Crede in der alten Schule, wo gleich die erste Übungsstunde abgehalten wurde.

Das Ereignis stieß bei den Ehefrauen und Kindern der angehenden Sänger auf Gehör. Laut Chronik lauschten sie auf dem gegenüberliegenden Hang der Königstraße, wie Crede jeden Einzelnen die Tonleiter singen ließ – um sogleich die vier Singstimmen einteilen zu können. Gesungen wird in Allendorf immer noch. Am zweiten Juliwochenende feiert der Chor 100-jähriges Bestehen.

In den Statuten war damals festgelegt, dass jedes Mitglied bis zum 50. Lebensjahr verpflichtet war, an den Übungsstunden teilzunehmen. Als passive Mitglieder wurden nur diejenigen zugelassen, die das 50. Lebensjahr überschritten hatten oder „nicht die Gabe zum Singen besaßen“. Bei unentschuldigtem Fehlen wurde eine Strafe von 50 Pfennig pro Stunde erhoben.

1925 bereiteten die Sänger ihr erstes Fest vor. Als Chorleiter Crede plötzlich verstarb, wurde das Fest abgesagt und erst 1926 gefeiert. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg entstand zunächst ein gemischter Kirchenchor. 1956 wurde der traditionsreiche Männerchor wieder ins Leben gerufen. 1957 riefen Chormitglieder Familien- und Theaterabende ins Leben – die Theatergruppe besteht bis heute.

1964 feierten die Allendorfer das 50-jährige Bestehen zusammen mit dem ersten Kreissängerfest des neu gegründeten Sängerkreises Schwalm-Knüll. Ab 1979 trafen sich die Sänger im neu gegründeten Gemischte Chor. In den 1980er-Jahren wuchs die Zahl der Aktiven auf 40 Sänger. „Besonders der unermüdlichen Arbeit von Chorleiter Georg Rockensüß sowie dem Vorstand Karl Raßner war es zu verdanken, dass damals ein stattlicher Chor mit 56 Sänger bestand“, sagt der Vorsitzende Gerhard Schmidt.

Kinderchor entstand 1995

1995 wurde zum gemischten Chor ein Kinderchor ins Leben gerufen. Die Leitung übernahm Erich Heyde. 25 Kinder kamen regelmäßig zu den Übungsstunden. 1998 musste der Chor mangels Sänger wieder aufgelöst werden. Das so genannte Dorfsingen wurde ebenfalls ab 95 organisiert. Mit dem Ziel, den Allendorfern den Gesang näher zu bringen und neue Sänger zu werben. Im Jahr 2004 feierte Georg Rockensüß Chorleiterjubiläum. Er dirigierte den Chor seit 30 Jahren. Bis heute lenkt er die Geschicke der Sänger. „2014 feiert er 40-Jähriges“, erklärt Schmidt. Der Chor habe sich mit ihm am Taktstock gut entwickelt. In all den Jahren nahmen die Allendörfer am Wertungssingen des Sängerkreises teil, veranstalteten Liederabende und Konzerte in der Kirche und mit befreundeten Chören. Man habe sich auch modernerem Liedgut wie Schlagern und Musicals geöffnet.

Doch die Zahl der Aktiven schrumpfe immer mehr, beklagt der Vorsitzende: „Wir müssen neue Sänger finden, um den Fortbestand des Chores zu sichern.“ Zum 100. Geburtstag gratulierte man bereits auf dem Hessentag. Dort wurde der Chor mit der Zelterplakette und der Silbernen Ehrenplakette vom Hessischen Kultusministerium ausgezeichnet.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare