Gründung 1988: Die Regionalgruppe Schwalm-Eder feiert am morgigen Mittwoch ihr 25-jähriges Bestehen

Gemeinsam leben mit Parkinson

Im Team: Leiterin Friedgunde Amft wird von Adolf Schmidt unterstützt. Foto: Rose

Schwalmstadt. Bei jedem Patienten hat Parkinson ein anderes Gesicht: Das sagt Friedgunde Amft, Leiterin der Parkinson-Regionalgruppe Schwalm-Eder. Und Gundi – so wird sie von allen genannt – muss es wissen. Die 74-Jährige lenkt seit 2002 die Geschicke der Selbsthilfegruppe. Sie kennt die Sorgen und Nöte der Betroffenen, betreut Erkrankte in den Gruppen Treysa und Homberg.

Vor 25 Jahren fanden sich auf Initiative von Elisabeth Harle, Annemarie Seiler und Elfriede Schlosser Betroffene im Haus für Gemeinschaftspflege in Treysa zusammen, um die Selbsthilfegruppe ins Leben zu rufen – es war die 100. Selbsthilfegruppe in der Bundesrepublik. Regelmäßig kamen die Erkrankten zu Gesprächen, aber auch zum Kaffee oder zu Reisen zusammen. „Wir laufen den Problemen nicht davon, aber wir sind glücklich, wenn wir sie mal vergessen“, sagt Amft.

Für die Damen in Treysa fand sich in Georg Dotzel ein engagierter Leiter. Nach dessen plötzlichen Tod übertrug man Friedgunde Amft die Aufgabe. „Es lief besser als gedacht: Wir hatten schließlich alle Freude, Tränen und Kämpfe mit all den belastenden Symptomen durchlitten. Das schweißt zusammen“, erzählt die 74-Jährige. Eine Selbsthilfegruppe funktioniere in einem Gleichgewicht aus Geben und Nehmen. Wenn es gelinge, die Treffen abwechslungsreich und informativ zu gestalten, sei ihr Einsatz nicht umsonst gewesen. Nicht umsonst war die Öffentlichkeitsarbeit: „Wir werden mit unserer Krankheit besser angenommen und haben als Patienten eine Lobby“, sagt Amft. Der Sinn der Gruppe bestünde auch darin, regelmäßig Experten und Ärzte einzuladen, um den neuen Stand der Wissenschaft zu kennen. Unterstützt wird Amft von Adolf Schmidt aus Homberg. Bei dem 74-Jährigen wurde vor zwei Jahren Parkinson diagnostiziert. Der pensionierte Kriminalbeamte betreut die Internetseite der Gruppe, dokumentiert die Aktivitäten in Text und Bild. Nicht umsonst heißt die Parkinson-Erkrankung auch Krankheit der tausend Gesichter: Es gibt allein 80 Erscheinungsformen. Die Hauptsymptome sind Zittern, eine gewisse Steifigkeit der Extremitäten und eine Verlangsamung der Bewegungen.

Und auch, wenn es für Gundi Amft ein Jahr der Schübe war – das Lachen vergeht der Allmuthshäuserin selten. Als sie unlängst einen Rollator brauchte, sagte sie sich: „Es ist wie beim Autokauf. Jedes Modell hat seine Extras.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare