Zweiter Selbsthilfegruppen-Tag in Borken mit 37 Gruppen und vielen Besuchern

Gemeinsam sind sie stark

Schwalm-Eder. Nachts setzte die Atmung aus, morgens war er immer müde, dann stieg beim Arbeiten sein Blutdruck auf alarmierende Werte. Nach einem Aufenthalt im Schlaflabor hieß die Diagnose Schlafapnoe, erinnert sich Horst Hommel von der Selbsthilfegruppe Schlafapnoe aus Bad Wildungen.

Die Selbsthilfegruppe war eine von 37, die ihre Arbeit am Selbsthilfegruppentag im Bürgerhaus in Borken vorstellten. Hommel hilft jetzt eine spezielle Atemmaske.

„Raus aus der Anonymität- das ist ganz wichtig“, sagte Vizelandrat Winfried Becker; das sei der erste Schritt zur Entlastung. Der Landkreis unterstütze die Arbeit der Selbsthilfegruppen mit 9000 Euro im Jahr, die Mitarbeiter der Sozialverwaltung helfen unter anderem bei der Vermittlung von Hilfe und bei der Gründung von Selbsthilfegruppen. Organisiert wurde der Tag von der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen im Schwalm-Eder-Kreis (KISS).

Etwa 100 000 Selbsthilfegruppen gebe es in Deutschland, jeder dritte Deutsche habe einmal eine Gruppe aufgesucht, erläuterte Heinz-Peter Sattler von der Asbestose-Selbsthilfegruppe in Borken, die für die Anerkennung der Asbestose als Berufskrankheit der Mitarbeiter der ehemaligen Preußen Elektra kämpft. Das sei besonders schwierig, weil die Erkrankung eine Spätfolge des Kontakts mit Asbestfasern ist. „Man ist schon im Ruhestand und plötzlich geht es los“, beschreibt er.

Hilfe in der Gruppe

Um Hilfe, Unterstützung, Informationsaustausch und Gemeinschaft geht es allen Selbsthilfegruppen. Damit Familien mit einem behinderten Kind nicht alleine dastehen, fanden sich die 160 Mitglieder der Selbsthilfegruppe „Unser besonderes Kind“ zusammen. Die Gruppe schafft Angebote wie heiltherapeutisches Reiten und Wingtsun, um die Kinder zu fördern. Treffen, Elternstammtische und Informationsveranstaltungen helfen den Familien, miteinander in Kontakt zu kommen.

Einen Einblick in ihre Arbeit gaben die Mitarbeiter der Hundeteams des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Mit den speziell ausgebildeten Hunden besuchen sie Seniorenheime, Kindergärten und Schulen. „Leute mit Demenz öffnen sich beim Kontakt mit den Hunden“, erklärte Margit Burghardt vom DRK. Großen Zulauf verzeichnet die Selbsthilfegruppe „Die Luchse“ für Menschen mit Hörbehinderung, die erst vor zwei Jahren gegründet wurde.

Die Gruppe „AD(H)S-Lounge Nordhessen“ informierte über die wenig bekannte Form der Erkrankung bei Erwachsenen, die Gruppe „Agilis Kellerwald“ bietet Freizeitaktivitäten für von ADS/ADHS betroffene Kinder an.

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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