Kinder mit Behinderungen können Regelschulen besuchen

Gemeinsames Lernen soll im August beginnen

Wolfhager Land. Schüler mit Beeinträchtigungen sollen künftig leichter Zugang zu allen Schulformen haben. „Das gemeinsame Lernen im regulären Unterricht, erste Schritte zur Inklusion, wird mit Schuljahrsbeginn am 1. August 2011 auch die Regel- und Förderschulen im Landkreis und der Stadt Kassel vor enorme pädagogische und organisatorische Herausforderungen stellen“, erklärt Thomas Burger, Dezernent für sonderpädagogische Förderung im Staatlichen Schulamt für den Kreis und die Stadt.

Noch sei das neue Hessische Schulgesetz im Entwurfsstadium, deshalb fehlten bisher konkrete Umsetzungshinweise. Das Schulamt hat zunächst eine Inklusionsbeauftragte benannt, die sich in den nächsten Monaten um eine Bestandsaufnahme kümmern werde. „Die alte Verordnung über die Sonderpädagogische Förderung in Hessen gilt vorerst noch weiter, das heißt, die Überprüfungsverfahren für den sonderpädagogischen Förderbedarf werden zunächst weiter geführt“, kündigte er an.

Im Zuge der Novellierung des Schulgesetzes ist zu erwarten, dass das Überprüfungsverfahren verändert wird und alle Schüler in die allgemeine Schule aufgenommen werden. Voraussetzung ist laut Burger, „dass ausreichend personelle und behindertengerechte Ausstattung für die integrative Beschulung zur Verfügung steht“. Auf Wunsch der Eltern oder wenn die Aufnahme an der zuständigen Regelschule nicht möglich ist, werden die Schüler an den Förderschulen beschult.

Die Inklusion sei ein Prozess, der sehr viel Zeit brauche, meint Burger. Er rechnet mit zehn bis 15 Jahren. Die Schulen müssten sich darauf vorbereiten und einstellen. Wichtig sei eine effiziente Teamarbeit und entsprechende pädagogische Konzepte.

„Förderschulen im Landkreis werden nicht geschlossen, aber sie verlieren durch die Gesetzesnovelle Schüler“, meint der Dezernent.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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