In Kleinenglis wurde genossenschaftliches „Lädchen für alles“ eröffnet

Kleinenglis. Zweieinhalb Jahre lang wurde überlegt und geplant, geworben und gesucht. Nun ist das „Lädchen für alles“ in Kleinenglis Wirklichkeit geworden. Gestern feierten Mitarbeiter, Offizielle und neugierige Kunden Einweihung.

Ortsvorsteher Werner Krell war die treibende Kraft. In Kleinenglis, Borkener Stadtteil mit immerhin 1800 Einwohnern, gab es kein Lebensmittelgeschäft mehr. Im Zuge der Insolvenz war auch die Schlecker-Filiale im Ort geschlossen worden.

Borkens Wirtschaftsförderer Siegfried Bank war bei einem Termin im Regierungspräsidium auf ein Konzept der Handelskette Tegut aufmerksam geworden, das „Lädchen für alles“. Damit soll eine Grundversorgung auch in kleineren Orten ermöglicht werden, eine Art Tante-Emma-Laden.

In Kleinenglis arbeiten dafür mehrere Partner zusammen. Betreiber des Ladens ist der Ausbildungsverbund Starthilfe, bei dem vier Mitarbeiterinnen und zwei Auszubildene beschäftigt sind.

Die Ausstattung des Ladens wurde zum einen aus dem Topf des Verbundes Schwalm-Aue finanziert, zum anderen durch eine eigens gegründete Genossenschaft. In der sind viele Kleinengliser mit einer Einlage Mitglied geworden, um so den Laden im eigenen Dorf zu ermöglichen. Tatkräftig mitgeholfen bei der finanziellen Abwicklung hat die Raiffeisenbank Borken, ebenfalls eine Genossenschaft.

Tegut verdiene mit dem Laden kein Geld, sagte Knut John, der das Konzept für die Kette entworfen hat, bei der Eröffnung. Die Firma habe sich vielmehr selbst einen Grundversorgungsauftrag gegeben. „Wenn wir kapitalistisch denken würden, könnte wir das nicht machen.“

Hajo Rübsam von der Starthilfe sagte, der Verein wolle mit dem Lädchen etwas gegen den Rückzug vieler Geschäfte und Institution aus der Fläche tun. Er könne sich vorstellen, dass die Starthilfe auch bei weiteren Projekten dieser Art einsteige.

Rübsam wies darauf hin, dass das Geschäft nur funktioniere, wenn die Kleinengliser es auch nutzen. Bürgermeister Bernd Heßler betonte den Modellcharakter des Ladens. Und Ortsvorsteher Werner Krell war einfach froh, dass die Fahrt mit der „emotionalen Achterbahn“ während der Planung erstmal beendet ist.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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