Kahle Schaufenster, heruntergelassene Jalousien

Gensungen: Leerstand nimmt zu - weiteres Geschäft schließt

Kein Betrieb: Heidi Folwerk vor einem leeren Laden.

Gensungen. Der Leerstand in Gensungen ist schon bei der Ankunft am Bahnhof unübersehbar: Das alte Eisenbahnergebäude ist seit Jahren ungenutzt. Aber auch sonst: kahle Schaufenster, heruntergelassene Jalousien. Es ist ein trostloser Anblick, der sich im größten Felsberger Stadtteil bietet.

Denn immer mehr Läden in dem Felsberger Stadtteil stehen leer.

"Wir bewegen uns auf eine Geisterstadt zu", sagt Ortsvorsteherin Heidi Folwerk. "Vor ein paar Jahren war in Gensungen noch richtig was los, aber jetzt gibt es hier keine Bewegung mehr."

Es soll deshalb Gensunger geben, die mit ihrem Besuch inzwischen lieber nach Melsungen fahren, als einen Spaziergang durch den eigenen Ort zu machen, erzählt Folwerk, weil sie den Besuchern diesen unschönen Anblick ersparen wollen. Doch der Leerstand ist nicht nur ein optisches Problem - die Infrastruktur bröckelt. "Seit der Schlecker-Schließung fehlt in Gensungen ein Drogeriemarkt", sagt Folwerk.

Auch die Bäckerei Exner in der Eppenbergstraße steht seit einem halben Jahr leer "in Gensungen wird kein Stück Brot mehr gebacken, alles nur noch von draußen angeliefert", sagt die Ortsvorsteherin. Für das ehemalige Modehaus Jung an der Bahnhofstraße wurde ebenfalls noch immer kein neuer Mieter gefunden. Für einige Interessenten sei die Fläche zu klein, für andere zu groß gewesen, schildert Folwerk.

Ende März könnte ein weiteres leerstehendes Ladenlokal dazu kommen: Dann will Schreibwarenhändler Bodo Gross sein Geschäft an der Bahnhofstraße schließen. "Ich hoffe immer noch, einen Nachfolger zu finden, aber bis jetzt hat sich auf meine Inserate niemand gemeldet", sagt der 66-Jährige.

Um Bewegung nach Gensungen zu bringen, sei vor allem ein größerer Lebensmittelmarkt wichtig als "Initialzündung", ist Ortsvorsteherin Folwerk überzeugt. Doch nachdem der geplante Umzug des kleinen Edeka-Markts Stieglitz auf das Gelände der ehemaligen Molkerei geplatzt war, bleibt nach wie vor unklar, wann sich in Sachen Supermarkt etwas tut.

Darüber hinaus sei es allerdings schwer, Einfluss zu nehmen, erklärt Folwerk: Denn die leerstehenden Gebäude sind Privateigentum. Ob und an wen die Räume neu vermietet werden, entscheiden die Eigentümer.

Damai Daniel Dewert

Quelle: HNA

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