Joe Wulf und sein Sextett brachten Virtuosität und gute Laune in die Kulturfabrik

Gentlemen bitten zum Swing

Könner an ihren Instrumenten: Bandleader Joe Wulf (rechts) an der Posaune, hier mit Trompeter Anselm Marx. Foto:  Kuberczyk-Stein

Melsungen. Die Sonne im Herzen, den Rhythmus im Blut – der Swing gilt vielen als der optimistische Bruder des Blues. Besonders in der goldenen Swing-Ära der 1930er und 1940er-Jahre hellten die strahlenden Klangfarben der Big Bands die Stimmungsfarben der Gesellschaft auf.

Direkt dieser Zeit entstiegen scheint die Musik von Bandleader Joe Wulf und seinen „Gentlemen of Swing“. Als Sextett begeistert die Formation seit Jahren auf internationalen Festivals und in Clubs. Auf Einladung der Kasinogesellschaft Melsungen gastierten diese schwungvollen Vertreter des Swing in der Kulturfabrik.

100 Besucher ließen sich von Klassikern und Raritäten aus der Tradition berühmter Jazz-Bands wie den Louis Amstrongs All Stars, Duke Ellingtons Small Groups oder Bob Crosby’s Bob Cats begeistern. Prächtige Musiker hat Bandleader, Posaunist und Sänger Joe Wulf um sich geschart. Einige von ihnen spielen nicht nur die legendären Ohrwürmer, sie haben auch selbst schon mit Legenden auf der Bühne gestanden. So Bassist Bert Thompson mit Lionel Hampton oder Ray Charles.

Ein schillerndes Repertoire hatte die Band im Gepäck: Traditionsreiche Swingperlen wie „That’s Why I Like New Orleans“ oder den guten alten, aber zeitlos beschwingten „Royal Garden Blues“.

Klassiker wie „After You Have Gone“ wechselten mit einschmeichelnden Balladen wie „Black and Blue“, bei der Christian Schmidt als Klarinettist brillierte, mit Kompositionen von Großmeistern wie Tommy Dorsey oder dem legendären amerikanischen Posaunisten Jack Teagarden, wobei Joe Wulf seine Posaune zum Strahlen brachte.

Immer wieder glänzten die Musiker auch als Solisten. So der Trompeter Anselm Marx, der Schlagzeuger Bernard Flegar, dessen Instrument ein Original aus der Louis Amstrong Band ist, wie auch Pianist Ron Cherian.

Ehestreit auf der Posaune

Neben dem Swing für das Herz fädelte Joe Wulf stets auch kleine Einlagen der Marke Swing für das Zwerchfell mit ein. Schon mal gehört, wie ein Ehestreit klingt, wenn eine quatschende, brabbelnde Posaune ihn erzählt? Der humorvolle Bandleader hatte damit die Lacher auf seiner Seite. Viel Applaus für dieses sonnige Swing-Konzert.

Von Steve Kuberczyk-Stein

Quelle: HNA

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