Apfelhauptstadt Naumburg: Pomologentage waren Besuchermagnet

Genuss mit allen Sinnen

Zuprosten auf gutes Gelingen: Claudia Thöne vom Raum für Natur, Stefan Becker vom Spielraumtheater und Sommelier Michael Stöckl (von links).

Naumburg. Er hat so verheißungsvolle Namen wie Morgenduft und Tiefenblüte. Mal rot und knackig, dann wieder schrumpelig gelb, im Geschmack mild-süß, würzig-aromatisch oder mit einer nussartigen Würze: Der Apfel darf in keinem Obstkorb fehlen. Am Wochenende ließ des Deutschen liebste Frucht Naumburg zum mittlerweile 13. Mal zur Apfelhauptstadt werden.

Auch wenn die Ernte in diesem Jahr alles andere als erfreulich ausgefallen ist, bei den Hessischen Pomologentagen waren im Haus des Gastes wieder rund 100 verschiedene Sorten zu bestaunen. In kleinen Körbchen aufgereiht, verzauberten sie die unzähligen Besucher, die beim Streifzug durch die Ausstellung allzu gerne zugebissen hätten.

Das konnten sie an anderer Stelle, etwa am Stand von Matthias Ristel, der fleißig frische Schnitzen aus den saftigen Früchten schnitt. Mit dem aromatischen „Alkmene“ lag er bei Julia Pschera genau richtig, denn der steht im Garten der jungen Frau bereits zum Pflanzen bereit. „Schmeckt lecker, ich habe mich für die richtige Sorte entschieden, nächste Woche wird gepflanzt“, so die Apfelliebhaberin. Bis sie ihre eigenen Alkmene ernten kann, muss sie sich aber sicher noch ein paar Jahre gedulden.

Tipps zur Pflege erhielt sie an vielen Stellen aus Expertenhand, die auch gefragt waren, wenn es mit den Äpfeln in diesem Jahr nicht ganz so gut geklappt hat. Dann war ein Besuch beim Pflanzendoktor angesagt.

Besuch beim Apfeldoktor

Ulrich Braunsdorf kennt sich aus mit Apfelschorf, Stippigkeit und Monilia, alles Worte, die Apfelfreunde nicht gerne hören, denn sie machen die Frucht in der Regel ungenießbar.

Genuss wurde beim Naumburger Apfelmarkt, der unter anderem vom Natur-Informationszentrum der Stadt Naumburg und dem Pomologenverein veranstaltet wurde, dennoch groß geschrieben. Der Apfel steckte hier neben Leckereien vom Schaumwein bis zum Kuchen beispielsweise auch in Naturseife, die zwar nicht den Gaumen, dafür aber die Haut erfreuen dürfte.

Morgenduft und Tiefenröte

Neben einem Bummel über den Markt nutzten zahlreiche Besucher die Gelegenheit, in verschiedenen Seminaren und Vorträgen mehr zu erfahren über den Apfel und seinen Lebensraum. Das hatten Schüler der Grundschulen aus Breuna, Naumburg und Wenigenhasungen bereits in einem „kreativen Apfeljahr“ getan. Ihre Ergebnisse stellten sie im Rahmen der Ausstellung „Der Apfel und seine Freunde“ vor.

Freunde hat der Apfel vielleicht seit diesem Wochenende noch einige mehr, die aber statt auf Exoten wie Morgenduft und Tiefenblüte wohl doch eher auf die guten alten Cox Orange oder Golden Delicius setzen werden.

Weitere Fotos und ein Video zu den Naumburger Pomologentagen finden Sie bei HNA online unter www.hna.de/foto und www.hna.de/video.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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