Mythos, Sage, Kultstätte – der Riesenstein bei Altendorf zog schon immer Menschen in seinen Bann

Geologische Schönheit im Elbetal

Gigantismus: Klaus Albrecht an seinem Lieblingsort, dem Riesenstein bei Altendorf. Foto: Noetzel

Altendorf. Der Riesenstein auf dem Ziegenrücken bei Altendorf hat bis heute nichts von seinem mythischen Charme verloren. Auch Klaus Albrecht kann sich der Strahlkraft dieses Ortes nicht entziehen. Er beschäftigt sich als Heimatforscher seit Jahren mit dem Riesenstein und hat bereits mehrere Artikel und Bücher über die alte Kultstätte geschrieben.

Vor einigen Jahren fanden zwischen Riesenstein und Hang, an den sich der Fels schmiegt, Ausgrabungen statt. Dabei stießen Experten auf jungsteinzeitliche, mittelalterliche und frühneuzeitliche Spuren. Sie entdeckten Ton- und Keramikscherben, Münzen und Reste eines Gewehres. Dieser Ort mitten im Habichtswald, an dem auch der „Volkmarser“ Langstreckenwanderweg (52km) entlangführt, lädt Wanderer zum Rasten ein. Auch Klaus Albrecht ist hier häufig anzutreffen.

„Hier am Riesenstein kann ich über die altertümliche Weltanschauung nachdenken.“

Klaus Albrecht

Albrecht kommt beim Anblick des Steines regelrecht ins Schwärmen und erzählt: „Ich kenne diese Gegend bereits seit meinem Studium in Kassel. Ich habe bereits an einigen Orten im Wolfhager Land gelebt, doch nirgendwo fühlten sich meine Familie und ich so wohl wie im Elbetal bei Altendorf. Hier am Riesenstein kann ich über die altertümliche Weltanschauung nachdenken, die mit ihm verbunden war“.

Noch heute ist zu erkennen, wo der Teufel gesessen hat, von dem der Volksmund berichtet. Am Felsen befinden sich drei rote Flecken, welche von seinen blutigen Tränen herrühren sollen. Erstmals wurde diese Sage 1854 bei Lyncker abgedruckt (Hintergrund). Nach Albrechts Recherchen sind die Steinarbeiten an dem Felsen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Er vermutet, dass der Riesenstein zu rituellen Zwecken von Freimaurern und Rosenkreuzern missbraucht und für ihre Zwecke bearbeitet wurde. Wahrscheinlich sind die Baumaßnahmen am Riesenstein von Heinrich von Meysenbug im Jahre 1770 beim Ausbau seines englischen Landschaftsgartens auf Schloss Riede ausgeführt worden. Denn der Felsen gehörte zu seinen Ländereien. Klaus Albrecht empfiehlt, sich selbst ein Bild zu machen von der faszinierenden Gesteinsformation.

Von Florian Noetzel

Quelle: HNA

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