Naturschutzrechtliche Untersuchung war positiv

Geplante Hängebrücke in Rotenburg: Chancen sind gestiegen

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So könnte sie einmal aussehen: Die geplante 540 Meter lange Fußgänger-Hängebrücke in Rotenburg über das Kottenbachtal, hier dargestellt auf einer Fotomontage mit Blick zum Rotenburger Hausberg.

Rotenburg. Die Aussichten für den Bau der Touristen-Attraktion Hängebrücke in Rotenburg sind gut: Aus Sicht des Naturschutzes spreche nichts dagegen, erklärte Christian Grunwald.

Das hätten die entsprechenden Untersuchungen und Gespräche mit den Fachbehörden ergeben, teilte der Bürgermeister mit.

Wie berichtet, plant die Göbel-Hotels-Gruppe den Bau einer etwa 540 Meter langen Hängebrücke für Fußgänger im Kottenbachtal. Es handelt sich um das Tal, in dem die Heinz-Meise-Straße zum Herz- und Kreislaufzentrum und zur Göbel Hotels-Arena führt. Göbel betreibt unter anderem das Posthotel und das Hotel Rodenberg samt der dazugehörigen Alm. Diese Alm liegt in der Nähe eines der beiden Endpunkte der geplanten Brücke. Die maximale Höhe der Brücke könnte 50 Meter betragen.

Baubeginn 2020 möglich

Im November werden sich die Stadtverordneten erneut mit dem Thema befassen. Dann soll die zweite Offenlegung des Bebauungsplans beschlossen werden. Träger öffentlicher Belange können in den darauffolgenden vier Wochen dazu Stellung nehmen. Nach Einschätzung des Bürgermeisters könnte 2020 mit dem Bau begonnen werden.

Erst nachdem das Ergebnis de zweiten Offenlegung feststeht, wird sich Unternehmer Gert Göbel selbst zu dem Projekt äußern, hieß es auf Anfrage unserer Zeitung. Mit der spektakulären Hängebrücke allein soll das Freizeitangebot für Touristen und Einheimische im Kottenbach nicht abgeschlossen sein.

Inzwischen haben MER und Stadt auch einen Investor und Betreiber für eine Sommerrodelbahn gefunden. Die könnte unterhalb der Brücke ins Tal führen. Der entsprechende Flächennutzungsplan soll ebenfalls in der November-Sitzung des Stadtparlaments beraten werden. Baurecht, so sagte Grunwald, könnte schon im Frühjahr nächsten Jahres geschaffen werden.

Hintergrund

Ständig neue Superlative

Fußgänger-Hängebrücken gehören weltweit zu den beliebtesten Touristenattraktionen. Ständig werden neue Längenrekorde gemeldet. Auch die geplante Brücke im Kottenbach galt bei Bekanntwerden des Projektes im vergangenen Jahr als längste Hängebrücke der Welt. Im Mai 2018 wurde im Harz eine 483 Meter lange Seilhängebrücke bei der Rappbodetalsperrre als weltweit längste ihrer Art eingeweiht. Bei Wernigerode wurde 2017 eine 458 Meter lange Fußgängerhängebrücke im Bodetal in Betrieb genommen. In Nordhessen sind weitere Standorte für Fußgängerhängebrücken in der Diskussion: Während der Standort Diemelsee aktuell auf Eis gelegt zu sein scheint, konkretisieren sich offenbar die Pläne für eine 665 Meter lange Brücke im Stryck-Tal in Willingen. (sis)

Von Silke Schäfer-Marg

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