Cyriax: Psychosoziales Zentrum ist nur am Rande von AKGG-Insolvenz betroffen

„Geraten nicht ins Trudeln“

Optimistisch: Mitarbeiter des Psychosozialen Zentrums in Homberg bei der Eröffnung der Einrichtung im März 2011. Archiv-Foto: Mangold

Schwalm-Eder. Die Insolvenz des Sozialkonzern AKGG wird sich voraussichtlich nicht negativ auf die Arbeit und die Angebote des Psychosozialen Zentrums (PSZ) niederschlagen, das in Melsungen, Fritzlar und Homberg angesiedelt ist. „Wir sind davon nur am Rande betroffen und geraten nicht ins Trudeln“, sagte gestern Geschäftsführer Karl-Otto Cyriax gegenüber der HNA.

Der Arbeitskreis Gemeindenahe Gesundheitsvorsorge (AKGG) sei zu 50 Prozent an der Träger-Gesellschaft des Psychosozialen Zentrums beteiligt. Weitere 50 Prozent hält der Verein Psychosoziale Arbeit Breitenau (Guxhagen).

Eine Folge des Insolvenz-Verfahrens könnte sein, dass das Psychosoziale Zentrum einen neuen Mitgesellschafter erhalte. Denkbar wäre auch, dass das PSZ dieses Rolle – zumindest vorübergehend – selbst übernehme.

28 Mitarbeiter sind bei der Einrichtung beschäftigt, die es seit November 1995 gibt. Ein Großteil von ihnen ist in Teilzeit beschäftigt. Das Psychosoziale Zentrum wird aus verschiedenen Töpfen finanziert. Den Löwenanteil übernehme aber der Landeswohlfahrtsverband über Sozialleistungen, erklärte Cyriax. Der Betrieb setze eine Million Euro pro Jahr um.

Die Angebote des Zentrums wurden seit 1995 ständig ausgeweitet. Ein wichtiges Standbein sind die Kontakt- und Beratungsstellen, die es an den Standorten in Melsungen, Fritzlar und Homberg gibt.

Es handele sich um niederschwellige Angebote sagt Cyriax. Das heißt, Menschen mit psychischen Problemen können auch ohne Anmeldung vorbei kommen, sie brauchen keine Überweisung eines Arztes und werden auf Wunsch auch anonym beraten.

Teilstationäre Betreuung

An allen Standorten des PSZ gebe es auch eine Tagesstätte für eine teilstationäre Unterbringung von Menschen mit seelischen Behinderungen. Sie werden tagsüber betreut und gehen am Nachmittag wieder nach Hause. 29 solcher Plätze stehen insgesamt zur Verfügung.

Angeboten wird auch Betreutes Wohnen. Die Patienten leben zu Hause oder in Wohngemeinschaften. Sie werden dort von Mitarbeitern des Psychosozialen Zentrums aufgesucht und beraten. Sie werden bei Arztbesuchen, Terminen bei Behörden oder bei der Schuldnerberatung begleitet.

90 Menschen werden im nördlichen Schwalm-Eder-Kreis von Mitarbeitern des Psychosozialen Zentrums betreut. Neu ist das begleitete Wohnen in Familien, bei dem Patienten in Paten-Familien leben. Sechs Plätze stehen zur Verfügung.

Das Psychosoziale Zentrum unterhält auch die Kontakt und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen aus dem Schwalm-Eder-Kreis (KISS).

• Kontakt: In Homberg, Memelweg 4, Tel. 05681/932720, in Melsungen, Burgstraße 19/21, Tel. 05661/2626, und in Fritzlar, Spitzengasse 1, Tel. 05622/919813. BERICHT UNTEN

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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