Gericht bestätigte vorzeitige Entlassung eines in Fritzlarer stationierten Soldaten

Fritzlar. Rechtsradikale Äußerungen eines Zeitsoldaten reichen für die Entlassung aus dem Bundeswehrdienst aus. Das habe gestern das Düsseldorfer Verwaltungsgericht entschieden und damit die Klage eines heute 27-jährigen Solingers zurück gewiesen, berichtete das Solinger Tageblatt.

Der ehemalige Zeitsoldat, der in Fritzlar stationiert war, habe wegen seiner Nähe zum Rechtsextremismus „gravierende charakterliche Mängel“ gezeigt und sich für eine Bundeswehr-Laufbahn als ungeeignet erwiesen, befand das Gericht.

Der ehemalige Stabsunteroffizier der Heeresfliegerstaffel hatte gegen den vorzeitigen Entlassungsbescheid vier Monate vor dem Ende seiner vierjährigen Dienstzeit geklagt und wollte so seine Rehabilitation erreichen. Er hatte seinen Dienst Ende 2013 quittieren müssen, weil ihm mehrere Dienstvergehen vorgeworfen worden waren. So soll er Untergebene mit dem Begriff „Jude“ als Schimpfwort tituliert, einen dunkelhäutigen Auszubildenden der Bundeswehrverwaltung in Fritzlar als „Nigger“ bezeichnet und während des Unterrichts ein Hakenkreuz aus Kabelbindern gebastelt haben.

„Die Anhörung von mehreren Zeugen durch das Verwaltungsgericht hat die Vorwürfe, die letztlich die Gründe für die vorzeitige Entlassung waren, in allen Punkten bestätigt. Das Verhalten des Solingers lässt auf eine fehlende charakterliche Eignung schließen“, bestätigte gestern Yvonne Bach, Vorsitzende Richterin am Verwaltungsgericht.

Gegen das Urteil kann der Solinger Rechtsmittel beim Oberverwaltungsgericht in Münster einlegen. (red)

Quelle: HNA

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