37-Jähriger wegen Körperverletzung verurteilt

Gericht von der Schuld überzeugt

Schwalmstadt. Ein 37-jähriger Mann aus dem Altkreis Ziegenhain wurde vom Amtsgericht Schwalmstadt wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 60 Tagessätzen zu je 35 Euro verurteilt.

In einer ersten Sitzung hatte das Tatgeschehen auch nach dreistündiger Verhandlung nicht vollständig aufgeklärt werden können (wir berichteten). Nun wurden sechs weitere Zeugen vernommen. Der Angeklagte soll nach einer gemeinsam durchfeierten Nacht dem Opfer mit einem Fußtritt das Nasenbein gebrochen haben. Gesehen hatten den Tritt allerdings nur das Opfer und dessen Bruder.

Die Zeugenaussagen konnten auch in der zweiten Sitzung nicht zur weiteren Aufklärung der Tat beitragen. Keiner der diesmal befragten Zeugen hat die Tat selbst beobachtet.

Laut Aussage zweier Nachbarn haben zwei Personen vor dem Haus neben einer Bierkiste gelegen, genaueres sei wegen der Dunkelheit aber nicht zu erkennen gewesen.

Auch die Freundin des Angeklagten, sichtlich stark angegriffen durch den Prozess, konnte keine näheren Angaben machen. Sie könne sich jedoch nicht vorstellen, dass ihr Freund die Tat begangen habe.

Nach der Beweisaufnahme räumte die Staatsanwaltschaft ein, dass nicht nachzuweisen sei, ob der Tritt den Nasenbeinbruch verursacht hat.

Das Ergebnis der Beweisaufnahme könne daher die Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung nicht stützen. Laut den Aussagen des Opfers und seines Bruders sei es zu einem Tritt gekommen. Deswegen sei der Angeklagte wegen einfacher Körperverletzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 80 Tagessätzen zu je 35 Euro zu verurteilen.

Anwalt wollte Freispruch

Der Verteidiger sah das anders. Er plädierte weiterhin für einen Freispruch. Die Aussagen der Hauptbelastungszeugen seien widersprüchlich und lückenhaft. Zudem sei das unter Epilepsie leidende Opfer in der Tatnacht stark alkoholisiert gewesen. Mögliche Nebenwirkungen des täglich einzunehmenden Medikaments seien unter anderem Sinnesstörungen, die durch den Konsum von Alkohol noch verstärkt werden können. Demnach sei seine Aussage keine Grundlage für eine Verurteilung.

Der Angeklagte hatte schließlich das letzte Wort. „Ich habe das Opfer weder geschlagen noch getreten“, sagte er sachlich. Das Gericht war allerdings von seiner Schuld überzeugt und verurteilte den Mann schließlich wegen vorsätzlicher Körperverletzung.

Neue Erkenntnisse seien in der Fortsetzung der Verhandlung nicht gewonnen worden, sagte der Richter. Das Opfer und sein Bruder hätten jedoch kein Motiv, den Angeklagten zu Unrecht zu beschuldigen.

Quelle: HNA

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