Gericht verurteilte  Männer aus Altkreis wegen gefährlicher Körperverletzung

Schwalmstadt. Vier Angeklagte aus dem Altkreis Ziegenhain mussten sich vor dem Amtsgericht in Schwalmstadt verantworten. Eine gemeinschaftlich begangene gefährliche Körperverletzung wurde ihnen zur Last gelegt.

Die Männer hatten in einer Wohnung einen 35-Jährigen nach einem Trinkgelage misshandelt.

Der 50-jährige Wohnungsinhaber und ein 23-jährige Mittäter wurden jeweils zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Beide müssen 50 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Ein mehrfach straffällig gewordene 23-jähriger Angeklagte bekam zwei Jahre und sechs Monate Jugendstrafe auf Bewährung. Damit er den Ernst der Lage begreift, muss er zusätzlich zwei Wochen in den Warnschussarrest. Dort erhalte er einen Vorgeschmack darauf, was ihn erwarte, wenn er weiterhin gewalttätig werde, warnte ihn der Richter.

Einen erst nach der Tatnacht hinzugekommenen 20-jährigen Mann verurteilte der Richter zu 40 Stunden gemeinnütziger Arbeit und zur Teilnahme am Projekt Lernen durch Erfahrung in der JVA Ziegenhain.

Der Richter lehnte das Vorliegen eines minder schweren Falls ab. "Hier hat über mehrere Stunden hinweg eine Quälerei stattgefunden", begründete er diese Entscheidung. Selbst wenn es zu Beleidigungen gekommen sei, können diese nicht rechtfertigen, was geschah.

Die Angeklagten räumten die Tat ein. "Wenn jemand meine Familie beleidigt, sehe ich rot", fasste einer von ihnen das Motiv für die Handlungen zusammen. Inzwischen hätten sich die Beteiligten aber wieder versöhnt.

Für eine erhöhte Gewaltbereitschaft des bereits einschlägig vorbestraften 22-jährigen Angeklagten spricht, dass dieser im August erneut die Fäuste sprechen ließ. Der Vorfall spielte sich in einer Wohngruppe ab. Der eifersüchtige Mann kam ins Zimmer seiner damaligen Freundin, während diese sich mit einem Mitbewohner unterhielt. Die darauf folgende hitzige Diskussion endete damit, dass er die 22-Jährige vom Bett zerrte und sich auf sie setzte. Dann schlug und würgte er sie und brach ihr den Ringfinger. Der Angeklagte war offenbar so in Rage, dass er auch die zu Hilfe gekommene Betreuerin der Wohngruppe ins Gesicht schlug.

Bei den jüngeren Angeklagten kam Jugendstrafrecht zur Anwendung. Die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe fasste ihre Lebensläufe zusammen. Der 20-Jährige habe durchgehend Förderschulen besucht und sei auch wegen seines aggressiven Verhaltens in Behandlung gewesen.

Anders verhalte es sich bei dem 23-Jährigen. Er war durch Sachbeschädigungen und Diebstahl auffällig geworden. Seine Betreuerin halte ihn außerdem für gefährlich. "Ich glaube er hat den Eindruck, dass ihm durch seine geistige Behinderung sowieso nichts passieren kann", sagte sie.

Mehr lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der Schwälmer Allgemeinen.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare