Weniger Abbrüche

Azubis im Schwalm-Eder-Kreis werfen seltener ihre Lehre hin

Schwalm-Eder. Gerade einmal 6,5 Prozent der Lehrlinge im Kreis brachen ihre Ausbildung nach Angaben der Schwalm-Eder-Zentrale der IHK Kassel-Marburg im vergangenen Jahr ab.

Die Ergebnisse fallen damit deutlich besser aus als in einer Statistik des Bundesinstituts für Berufsbildung. Danach löst deutschlandweit jeder vierte Lehrling seinen Vertrag vorzeitig auf.

„Man kann davon ausgehen, dass die Balace zwischen Arbeits- und Privatleben auf dem Land noch eher in Ordnung ist als in den Metropolen“, sagt Walter Ruß von der IHK zuständig für den Bereich Aus- und Weiterbildung in der Region. Obwohl die Zahl der Abbrecher im Landkreis verglichen mit dem Rest von Deutschland gering ist, verzeichnet auch die Region einen Anstieg der Quote: 2011 waren es nur 1,9 Prozent, die abgebrochen haben.

„Die Anforderungen der Betriebe steigen“, sagt Ruß. Zugleich habe sich die Einstellung der Azubis gegenüber tradierten Normen und Werten der Arbeitswelt verändert: „Man könnte sagen, dass sie anspruchsvoller, kritischer und dabei weniger belastbar werden.“ Alleine die Hälfte der Abbrecher stammt aus den Bereichen Handel und Hotellerie/Gastronomie. Deutlich besser schneiden die technischen Ausbildungsberufe ab: Gerade mal ein Viertel der Abbrüche geht auf die Kappe von Kfz-Mechatronikern, Elektronikern oder Maschinenführern.

Ruß hat dafür eine Erklärung: „Diese Berufe verlangen eine klarere Berufsentscheidung.“ Im kaufmännischen Bereich sei die Unsicherheit größer: „Das verleitet viele dazu, das erstbeste Angebot anzunehmen.“ Die hohen Abbrecherzahlen seien also nicht automatisch auf eine zu geringe Vergütung zurückzuführen, so Ruß. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht das anders – und hat eine Art Mindestlohn für Azubis gefordert. 

Quelle: HNA

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