150-jähriges Bestehen: Concordia-Chöre Neukirchen feiern ihren Geburtstag

Gesang war ein Knüller

Konrad Weitzel

Neukirchen. 1862 verkündet Abraham Lincoln in den USA das Ende der Sklaverei, Otto von Bismarck wird Ministerpräsident – es war eine Zeit des Aufbruchs und der großen Hoffnung auf mehr Freiheit und Gerechtigkeit. Und auch die Zeit früher Vereinsgründungen. In Neukirchen kamen 40 Männer zusammen, um sich in einem Chor zusammen zu schließen. Gründer und Dirigent war der Rektor der Bürgerschule, Fenner.

Heute blicken die Concordia-Chöre auf 150 Jahre Vereinsgeschichte zurück. Gefeiert werden soll das Jubiläum ab dem Himmelfahrtstag (siehe Hintergrund).

Schnell etablierte sich der Gesang im Knüll. 1868 gründete sich bereits ein Gemischter Chor. Aus den damaligen Protokollbüchern, die heute im Heimatmuseum aufbewahrt werden, geht hervor, dass die Plätze im Chor heiß begehrt waren.

So musste, wer zu den Übungsstunden zu spät kam, einen Silbergroschen zahlen. „Einst gab es für Anwärter sogar eine Prüfung. Mithilfe von weißen und schwarzen Kugeln votierten die Sänger den Antrag“, erzählt Konrad Weitzel, Vorsitzender der Chöre.

Während des Krieges ruhte der Verein. 1947 war die Concordia jedoch der erste Gesangverein im Altkreis Ziegenhain, der von der amerikanischen Militärregierung genehmigt wurde. Die Popularität wuchs, mit ihr die Sänger. 1962, zum 100. Bestehen, frönten 91 Sänger diesem Hobby. 1983 gründete sich ein Frauenchor: Auf Anhieb fanden sich 59 Sängerinnen. Nach und nach lösten sich jedoch die Männerchöre auf. „Insgesamt ist das Ende der Laienchöre absehbar“, sagt Weitzel. In Neukirchen trat der Männerchhor 2006 zum letzten Mal auf. 16 Sänger wechselten in den Gemischten Chor. Und so ging die Concordia neue Wege, rief 2005 den jungen Chor – „Frischer Wind“ – ins Leben. Modernes Liedgut bereichert seitdem das Repertoire. Geleitet werden die Chöre, die das kulturelle Leben der Stadt seit jeher bereichern, von Ewald Dilling und Nonna Gieswein.

Männer singen noch einmal

Feiern möchte der Verein sein Jubiläum mit einem Fest und einem Konzert in der Nikolaikirche. Dabei dürfen sich die Zuhörer auf eine besondere Überraschung freuen: „Einige ehemalige Sänger sind dem Ruf von Ewald Dilling gefolgt und werden das Programm mit sechs Liedern, die noch viele vom Chor kennen, bereichern“, erklärt Weitzel.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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