Homberger Energiegenossenschaft bereitet Netzübernahme vor – neue Arbeitsplätze

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Der Homberger Marktplatz im grünen Licht: HNA-Leser Markus Shakals aus Homberg hielt diese besondere Ansicht des nächtlichen Platzes am 14. Juni 2011 fest. Für die Illumination zeichnet die KBG verantwortlich, die damit an den Hessentag 2008 erinnern will. „Danke an die Stadt und die KBG, die dieses Schauspiel jedes Jahr möglich machen“, schreibt Shakals.

Homberg. Sie hat sich als kleines Unternehmen zwischen den Energieriesen und -anbietern behauptet und erweitert ihr Geschäft: Die Kraftstrombezugs-Genossenschaft (KBG) in Homberg, die die Kernstadt und ab 2012 die 20 Homberger Stadtteile mit Strom und Gas versorgt, blickt zuversichtlich in die Zukunft.

„Unsere Stärke ist die lokale Einbindung“, sagt Geschäftsleiter Wolfgang Imberger. Schließlich gehöre das Unternehmen den Mitgliedern, und das sind die Menschen, die in Homberg und Umgebung leben. Die KBG biete direkte Beratung vor Ort, die Mitarbeiter seien immer ansprechbar, das Kundenzentrum im Ostpreußenweg leicht erreichbar. „Uns kennt hier jeder“, sagt Imberger selbstbewusst.

Als einziger Energielieferant im Schwalm-Eder-Kreis ist die KBG zudem völlig unabhängig von Konzernen – und das seit über 90 Jahren. Um trotzdem Entwicklungen nicht zu verpassen und mitgestalten zu können, gehört die KBG der Stadtwerke-Union Nordhessen (SUN) an, die erneuerbare Energien in der Region voranbringen will.

Wolfgang Imberger

„Wir arbeiten mit an einem Stromkonzept für Nordhessen“, sagt der Geschäftsleiter und hält die Kooperation der eigenständigen Stadtwerke für dringend notwendig. Gerade bei der erneuerbaren Energie müsse sich etwas tun, „da ist viel Drive reingekommen“, meint Imberger.

Zahlen belegen das: Die Einspeisungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhöhten sich im Bereich der KBG im Jahr 2010 um weitere 43 Prozent auf jetzt knapp zwei Millionen Kilowattstunden. Insgesamt sind 162 Fotovoltaikanlagen an das Stromnetz der KBG angeschlossen.

Als Erfolg wertet Imberger, dass es gelungen sei, die Strom- und Gaskonzessionen für Homberg und Stadtteile zu bekommen. In diesem Jahr bereite man die Übernahme der Netze ab 2012 vor.

Seit März 2011 verkauft die KBG auch Erdgas in Homberg, Holzhausen, Caßdorf und Wernswig. „Wir haben schon 150 Kunden gewonnen“, sagt Joachim Völker, kaufmännischer Leiter der KBG. Es gebe Potenzial für 2000 Abnehmer, betont er.

Das Strom- und Gasnetz, also die Leitungen, betreibt die KBG für alle, doch für die Abnehmer ihrer Energie, also ihre Kunden, muss sie selbst sorgen, da jeder sich seinen Lieferanten aussuchen kann. Die Bilanz sieht bisher gut aus: Der Stromverkauf wurde im Jahr 2010 gesteigert auf jetzt 25,4 Millionen Kilowattstunden, 190 Stromkunden wurden hinzugewonnen, insgesamt sind es jetzt etwa 5000.

Das Unternehmen beschäftigt zurzeit 18 Mitarbeiter und einen Auszubildenden. Drei technische Mitarbeiter wurden neu eingestellt, außerdem zwei im kaufmännischen Bereich.

Quelle: HNA

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