Geschäftsleitung und Betriebsrat von Vitos Kurhessen im HNA-Redaktionsgespräch

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Irmgard Raschka-Halberstadt

Bad Emstal. Wie familienfreundlich ist die Vitos Kurhessen gGmbH tatsächlich? Die Kritik auf HNA-Online war teilweise sehr massiv, nachdem über die Auszeichnung für eine familienfreundliche Personalpolitik berichtet wurde. Denn nicht jeder der über 1200 Beschäftigten sieht Vitos als Mitarbeiter-freundlich an.

Betriebsrat und Geschäftsleitung von Vitos haben sich nun in einem HNA-Redaktionsgespräch zur Entwicklung des Unternehmens mit Hauptsitz in Bad Emstal-Merxhausen geäußert. Geschäftsführerin Irmgard Raschka-Halberstadt räumt ein, dass es einige Mitarbeiter gebe, „die jetzt schlechter gestellt sind als früher“. Dabei bezieht sie sich auf die Arbeitszeiten. „Es gibt jetzt auch Mitarbeiter, die haben freitags nicht mehr um 13 Uhr Feierabend, sondern die arbeiten jetzt länger.“

Aber es gehe darum, das Unternehmen den heutigen Anforderungen anzupassen, es fit zu machen für das dritte Jahrtausend. Schließlich sei man ein Dienstleister. Und diese Notwendigkeit werde von vielen Vitos-Beschäftigten auch gesehen. Wie innovativ Vitos bei den Arbeitszeiten sei, werde beispielsweise bei befristeten Reduzierungen von Vollzeitstellen für Wochen, Monate oder sogar mehrere Jahre deutlich, so Raschka-Halberstadt.

„Es gibt allein 17 Betriebsvereinbarungen nur bezüglich der Arbeitszeit“, sagt Herbert Griesel, Vorsitzender des 15-köpfigen Betriebsrats: „Wir möchten möglichst flexible Arbeitszeiten schaffen.“ Arbeitszeitkonten und auch ein neues Personalinformationssystem seien wichtige Instrumente, beweglicher den Alltag bewältigen zu können. Möglicherweise müsse das noch deutlicher kommuniziert werden, auch hinein in die Führungsebene in den Abteilungen. Vitos Kurhessen im Jahr 2011 heißt auch, dass das Unternehmen über eine Tagespflege nachdenkt.

Herbert Griesel

Dass der Betriebsrat unter einer Decke mit der Geschäftsführung stecke, so ein Vorwurf, der bei HNA-Online geäußert wurde, stimme nicht. Aber man sei per Gesetz zur Zusammenarbeit verpflichtet, sagen Raschka-Halberstadt und Griesel - und es gebe eine gemeinsame Zielsetzung: „Wir möchten die Arbeitsplätze nicht nur sichern, sondern neue schaffen“, so die 51-jährige Geschäftsführerin. Und das ist ein ehrgeiziges Ziel, denn die Bedingungen bei wachensendem Kostendruck auch seitens der Krankenkassen werden nicht einfacher.

Herbert Griesel sagt klar: „Die Beschäftigten müssen die Vereinbarungen auch leben.“

Quelle: HNA

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