Einzelhandel vor dem Kollaps

Geschäftsleute im Altkreis Wolfhagen fordern Öffnungskonzepte

Michael Kraft vom gleichnamigen Schuhhaus in Wolfhagen sortiert Schuhkartons
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Michael Kraft vom gleichnamigen Schuhhaus in Wolfhagen hofft am Mittwoch auf Öffnungsschritte.

Der Einzelhandel im Wolfhager Land steht vor dem Kollaps. Das sagt Ernst Pötter, Inhaber von Spielwaren Pelz. Er fordert für die Corona-Schalte von Bund und Ländern am morgigen Mittwoch dringend ein Öffnungskonzept für die Einzelhändler.

Wolfhager Land – Die Lage sei dramatisch, er habe im Januar und Februar ein Minus von 80 Prozent gemacht. Überbrückungshilfen könnten noch gar nicht beantragt werden. Ein bisschen Geld fließe durch den Abholservice. „Sportartikel werden derzeit gar nicht gekauft. Wir sind lediglich während des Wintereinbruchs ein paar Langlaufski losgeworden.“ Er habe eine Ladenfläche von 1000 Quadratmetern, da sei es wirklich kein Problem mit entsprechenden Hygienekonzepten Kunden sicher zu bedienen. „Wir wollen klare Perspektiven und verbindliche Öffnungsvorgaben ab Montag kommender Woche“, so Ernst Pötter.

„Wir hoffen am Mittwoch auf Öffnungsschritte“, sagt auch Michael Kraft vom gleichnamigen Schuhhaus in Wolfhagen. Die Frühlingskollektion sei angekommen, und auch Winterschuhe füllten noch das Lager. Zumindest einen Teil der Ware habe man über Click and Collect verkaufen können. „Die Wolfhager haben uns nicht im Regen stehenlassen.“ Selbst wenn wieder geöffnet werden kann, rechnet Kraft mit Umsatzverlusten, weil verkaufsoffene Sonntage und Feste in Wolfhagen sicher erst mal flachfielen.

Auch Mario Hossinger, Inhaber von Exklusiv Reitsport in Zierenberg, hofft auf schnelle Öffnungen des Einzelhandels. „Wir dürfen zwar Futterartikel verkaufen, doch der ordentliche Umsatz fehlt derzeit einfach.“ Der Reitsportladen leide vor allem auch darunter, dass die Reitschulen geschlossen sind.

Für Sebastian Eichenberg, Inhaber von Antiquariat und Buchhandlung Hamecher in Altenstädt, müsse sich bald etwas tun. „Das darf so nicht weiter gehen.“ Er hofft daher am Mittwoch auch auf ein Öffnungskonzept, denn auch ihm fehlen die Einnahmen. „Ich verkaufe zwar auch im Internet, aber auf Dauer funktioniert das alleine einfach nicht“, sagt Eichenberg. (Bea Ricken und Lea Beckmann)

Corona-Gipfel am Mittwoch

Am morgigen Mittwoch werden sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Bundesländer erneut über das weitere Vorgehen bezüglich der Corona-Pandemie beraten. Die beim letzten Treffen am 10. Februar getroffenen Beschlüsse gelten derzeit befristet bis zum 7. März. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagt, dass über den Lockdown diskutiert werde. Entweder gehe es erneut in die Verlängerung oder es komme zu ersten Lockerungen. (bec)

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