Anlage an der Autobahn am Geschellenberg ist am Netz

Solarpark für jedermann: Beteiligung ab 1000 Euro

Über eine Million Kilowattstunden in knapp vier Monaten: Der neue Solarpark, der von der Gemeindenützlichen Genossenschaft Felsberg initiiert wurde und von der Solarpark Geschellenberg GmbH betrieben wird, ist ein Modell mit Bürgerbeteiligung. Einer der beiden Geschäftsführer ist Friedwart Vogel (kleines Bild). Foto:  Müller-Neumann/Luftbild: privat

Hilgershausen. Die Sonne hat es bisher gut gemeint mit den Solarmodulen links und rechts der Autobahn unweit Ostheim. Die 5,2-Megawatt-Anlage auf gepachteten Flächen in der Gemarkung Hilgershausen hat seit Ende Juni über eine Million Kilowattstunden erzeugt.

Der Strom wird in das Netz der E.on-Mitte eingespeist. Wer das Projekt nicht nur ideell, sondern auch finanziell unterstützen möchte, kann sich mit einem festverzinslichen Darlehen an die Solarpark Geschellenberg GmbH beteiligen.

Der Initiative der Gemeindenützlichen Genossenschaft Felsberg (GeGeFe) ist es laut deren Vorsitzendem Friedwart Vogel zu verdanken, dass innerhalb von weniger als einem Jahr ein „Mega-Projekt“ der erneuerbaren Energien im Stadtgebiet Felsberg realisiert werden konnte.

Vogel: „Damit ist ein weiterer Meilenstein für die Stadt, die mittlerweile als eine der führenden Gemeinden in Nordhessen im Bereich der Energiewende gilt, erreicht worden.“

„Erst wenn die Bürger mitmachen, kann man von einen Bürgersolarpark sprechen.“

Friedwart Vogel

Nach dem positiven Votum der politischen Gremien im September 2011 begann der Genehmigungsprozess: Bauleitplanung, Gutachten, Baugenehmigung. Allein das Blendgutachten habe 25 000 Euro gekostet. Aber es habe ergeben, dass auf den zusammen etwa zehn Hektar großen Flächen 20 Prozent mehr Paneele installiert werden können. Vogel: „Das lohnt sich.“

Ausgelöst durch die Diskussion über Solarförderung und Einspeisevergütung – im Gespräch war eine kurzfristige Kürzung um etwa 30 Prozent – war der Bau der Solaranlage vorübergehend gefährdet. Erst Ende März, mit einem vorgegebenen Fertigstellungstermin zum 30. Juni, waren die gesetzlichen Rahmenbedingungen klargestellt.

Im April erhielt die GeGeFe die Baugenehmigung. Die Baufirmen legten sich ins Zeug und benötigten nur wenige Wochen bis zur Fertigstellung. Zwischenzeitlich waren, wie berichtet, 20 der Wechselrichter gestohlen worden. Exakt am 29. Juni ging die Anlage ans Netz.

Verschiedene Laufzeiten

Zum finanziellen Konzept der GmbH Solarpark Geschellenberg als Betreiber gehört die Beteiligung von Einwohnern der Region. Sie wirbt dafür, dass sich eine Vielzahl von privaten Interessenten an diesem „regionalen, bürgernahen, ökologischen und Anlage sicheren Projekt“ beteiligen, wie es in der Pressemitteilung heißt. Das Motto laute: Das Geld aus dem Dorf dem Dorfe.

Vogel: „Erst wenn die Bürger mitmachen, kann man von einen Bürgersolarpark sprechen.“ Ab 1000 Euro bis maximal 20 000 Euro kann man sich mit Laufzeiten bis Ende 2017 (3,5 Prozent Verzinsung) oder 2022 (4 Prozent) daran beteiligen.

Geldverleih an die Stadt

Letztlich orientiert sich die GmbH, deren Geschäftsführer nur eine Aufwandsentschädigung erhalten, nach dem Modell „Leih deiner Stadt Geld“, wie es beispielsweise in Quickborn und Oestrich-Winkel funktioniert. Langfristig, so Vogel, könnte der Strom vom Solarpark direkt ins nahe Industriegebiet verkauft werden. (bmn)

Quelle: HNA

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