Jugendarbeitskreis Hessen besuchte Museum und Gedenkstätte Trutzhain

Für Geschichte im Einsatz

Trotz ernster Themen kam die gute Laune nicht zu kurz: Mitglieder des Jugendarbeitskreis Hessen informierten sich über die Geschichte Trutzhains. Foto: privat/nh

Trutzhain. Der Einladung des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge des Jugendarbeitskreises (JAK) folgten 13 Jugendliche in das Tagungshaus Altes Pfarrhaus nach Wernswig. Themenschwerpunkt war die Auseinandersetzung mit der Geschichte Trutzhains.

In Trutzhain erwarteten Karin Brandes und Hans Gerstmann vom Museum und der Gedenkstätte Trutzhain die Gruppe. In einem Rundgang durch Museum und Ort erklärten sie die Geschichte und Entwicklung des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers. Unter Bezugnahme auf einzelne Ausstellungsstücke und viel Bildmaterial wurden die einzelnen historischen Etappen nachgezeichnet und jeder konnte sich einen persönlichen Eindruck von der Entwicklung des noch recht jungen Ortes machen, der aus dem 1939 errichteten Stammlager STALAG IX A Ziegenhain entstand.

Eine Besichtigung der Lagerhalle einer Weberei, die in einer ehemaligen Baracke eingerichtet ist und sich nahezu im ursprünglichen baulichen Zustand befindet, verdeutlichte den Jugendlichen die menschenunwürdigen Lebensbedingungen im Camp.

Frühjahrsputz

Die heutige Kriegsgräberstätte, der Waldfriedhof Trutzhain, beschäftige die jungen Erwachsenen am Nachmittag. Dort wurden dort unter anderem sowjetische, serbische sowie italienische Kriegsgefangene anonym in Massengräbern verscharrt. Mit allerlei Gartenwerkzeugen vom städtischen Bauhof ausgestattet machten sich die Jugendlichen daraufhin in zwei Gruppen an die Arbeit, so dass der Friedhof am Ende des Tages von herumliegenden Geäst und Laub und damit den Spuren eines langen Winters befreit war.

Die Gedenktafeln sind mit Drahtbürsten von Moos gereinigt worden. Die zweite Gruppe versuchte frühere Grabplatten der Interniertengräber, die wohl später ersetzt wurden, am nahe gelegenen Bachlauf zu finden. Es gelang leider nur, einen Sockelstein zu bergen, der zum Friedhof getragen wurde. Die Teilnahme an einem solchen Pflegeeinsatz stellt für die Jugendlichen eine Möglichkeit dar, ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen und für den Frieden zu setzten.

Das Wochenende stieß bei der Abschlussrunde auf Begeisterung. „Die Führung im Museum und auf dem Friedhof war super interessant und hat mich zum Nachdenken gebracht, da hier die katastrophalen und menschenunwürdigen Konditionen in Kriegsgefangenenlagern verdeutlicht wurden“, so eine Teilnehmerin aus Usingen.

Quelle: HNA

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