Haustier könnte halbseitig erblinden

Katze mit Luftdruckwaffe angeschossen

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Noch tut es weh: Katze Tigerle kneift das verletzte linke Auge zu. Katzenhalterin Gabriele Kumpert macht sich Sorgen, ihren Vierbeiner bald wieder vor die Tür zu lassen.

Frielendorf. Mit einem flauen Gefühl im Magen, überprüft Gabriele Kumpert jeden Abend, ob all ihre sechs Katzen gesund nach Hause gekommen sind. Sie hat Angst um ihre Haustiere.

Vor einer Woche hat die 53-Jährige ihre Katze Tigerle angeschossen in ihrer Scheune gefunden. Die fünfjährige Katze hatte sich tief im Heu vergraben. Dass das Tier angeschossen wurde, bemerkte sie zuerst nicht. „Ich dachte Tigerle hätte sich mit anderen Katzen angelegt“, sagt Gabriele Kumpert. Die linke Gesichtshälfte der getigerten Katze war stark angeschwollen, das Auge blutunterlaufen und eitrig.

Noch am gleichen Tag fuhr Gabriele Kumpert mit ihrer Katze zum Tierarzt. „Sie hat gekratzt und gebissen, wenn man an ihr Auge wollte“, erzählt die Halterin.

Erst am nächsten Tag konnten die Tierärzte Tigerle richtig untersuchen. Im unteren Augenlid entdeckte der Arzt silbernes Metall. „Wir wussten beide, dass das ein Geschoss ist“, sagt Kumpert. Mit einer Pinzette entfernte der Arzt das Projektil der Luftdruckwaffe, eine sogenannte Diabolo-Kugel. Es ist noch nicht klar, ob Tigerle auf dem linken Auge erblinden wird.

Anzeige erstattet

Die Katzenhalterin aus Verna hat bei der Polizei Anzeige erstattet. Sie weiß, dass die Chance den Täter zu finden gering ist. „Ich will demjenigen zeigen, dass das nicht einfach unter den Teppich gekehrt wird“, betont Gabriele Kumpert. Das Projektil der Luftdruckwaffe ist verloren gegangen, in der Tierarztpraxis entsorgte man es versehentlich.

Gabriele Kumpert hat allen Katzenhaltern in ihrer Nachbarschaft geraten besonders gut auf ihre Haustiere Acht zu geben. „Ich glaube nicht, dass das ein Unfall war“, sagt die 53-Jährige. „Da hat jemand aus nächster Nähe genau gezielt.“ Tigerle sei eine sehr sanfte und ruhige Katze, die kaum auf die Jagd ginge, betont Kumpert. Sie kann nicht nachvollziehen, was den Schützen dazu bewegt hat auf ihr Tigerle zu zielen.

Wenn Gabriele Kumpert mit ihrem Hund Rocky durch den Ort geht, wird sie häufig nach ihrer Katze gefragt. „Wo ist denn ihre Katze heute?, fragen mich die Leute“, erzählt die Besitzerin. Normalerweise begleitet Tigerle Gabriele Kumpert beim Gassi-Gehen und läuft neben Hund Rocky her. Das geht erstmal nicht, Tigerle muss zu Hause bleiben, bis die Verletzung verheilt ist.

Dass auf Katzen geschossen wird, ist kein Einzelfall. Anfang November wurde ein Kater in Treysa angeschossen (wir berichteten). In Verna ist Tigerle die erste Katze, die von einer Waffe verletzt wurde.

Von Ann-Kristin Herbst

Quelle: HNA

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