Netzwerkkonferenz für Toleranz und Demokratie traf sich

Im Gespräch bleiben gegen rechte Gewalt

Im Austausch: Jochen Hellwig (links) und Stephan Bürger vom Projekt „Gewalt geht nicht“. Foto: Haaß

Steinatal. Über 60 Teilnehmer verschiedener Bildungsträger aus dem gesamten Schwalm-Eder-Kreis waren jüngst zur vierten Netzwerkkonferenz für Toleranz und Demokratie in die Melanchton-Schule nach Steinatal gekommen.

Schwerpunkt der von Stephan Bürger vom Projekt „Gewalt geht nicht!“ organisierten Halbtageskonferenz war das Thema „Einmischen erwünscht“.

Ziel der Netzwerkkonferenz sei es, „anhand von ausgewählten Themen Jugendliche und Erwachsene miteinander ins Gespräch zu bringen, um sich besser zu verstehen und zukünftig die eine oder andere Initative gemeinsam zu koordinieren,“ sagte Bürger.

Nach einem Impulsvortrag zum Thema „Rechtsextremismus: Aktuelle Situation in Nordhessen“ bildeten sich fünf Arbeitsgruppen, welche jeweils ein Themenfeld bearbeiteten. So wurde zum Beispiel in der von Karin Brandes begleiteten Arbeitsgruppe unter dem Oberbegriff „Gedanken zum Gedenken – pädagogische Ansätze in der Gedenkstättenarbeit“ diskutiert, wie Gedenken eigentlich mit Jugendlichen funktioniert. Welche Zielgruppen werden zum Beispiel mit den Gedenkstätten überhaupt erreicht?

Spirale zur Straftat

Auch wenn die Zahl der politisch motivierten Kriminalität von Rechts in den vergangenen Jahren kontinuierlich nach unten gegangen sei, gab es im vergangenen Jahr laut Polizeistatistik noch 36 Straftaten, hieß es weiter. „Der Einstieg in die rechte Szene ist immer noch gleichzusetzen mit einer Spirale, welche unweigerlich zu einer Straftat führt“, gab Bürger zu bedenken und verdeutlichte damit eindringlich die Notwendigkeit breit angelegter Netzwerkarbeit.

Und so saßen Vertreter verschiedener Vereine und Institutionen, wie zum Beispiel vom Verein anorak21, dem DGB Kreisverband Schwalm-Eder und dem Förderverein der Feuerwehr Großropperhausen mit der Intention zusammen, im Schwalm-Eder-Kreis ein „Klima des Hinsehens“ zu schaffen und die Menschen zu motivieren, rechtsextremen Einstellungen entgegen zu treten und diesen Einhalt zu gebieten.

Ein weiteres wichtiges Ziel der Konferenz war es, gemeinsam neue Ideen und Projekte für das kommende Jahr zu entwickeln. „Diese Konferenz heute ist der richtige Weg. Es ist wichtig, dass viele verschiedene Interessensgruppen sich miteinander austauschen“, freute sich zum Beispiel Leon Grehling vom Kreisschülerrat.

Neben Vorträgen und Diskussionen in den Arbeitsgruppen konnten die Konferenzteilnehmer sich in einer Arbeitspause auf dem „Markt der Möglichkeiten“ über verschiedene, durch das „Toleranz fördern - Kompetenz stärken“ Programm der Bundesregierung geförderte Projekte informieren und austauschen. (zmh)

www.gewalt-geht-nicht.de

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

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