Tattoo-Fans zeigen auf der Haut, was ihnen wirklich wichtig ist

Gestochene Kunst

Das ist ein echter Fan: Uwe Mattis (33, kleines Bild rechts), Arzt aus Gießen, ließ sich vor einem dreiviertel Jahr erste Tattoos auf seinen Körper ritzen. Sein größter Stolz ist ein Vespa-Tattoo mit Zielflaggen und Flammen (Foto oben). Fotos:  Zerhau/nh

Schwalm-Eder. Adieu, Knackis und Matrosen, willkommen Ärzte, Hausfrauen und Schreiner: Tätowierungen sind längst nicht mehr ein Erkennungszeichen sozialer Randgruppen. Heute verzieren sie etwa jeden zehnten Deutschen. Tattoos liegen voll im Trend und werden immer beliebter. „Hieb- und Stichfest“ heißt das Tattoo-Studio von Marcus und Melanie Grabosch in Bad Zwesten.

Dort bekommt man Antworten auf Fragen wie: Wie wird tätowiert, wer lässt sich stechen, was für Motive sind modern? „Der Trend zum Tattoo geht durch alle Generationen und alle Gesellschaftsschichten“, erzählen die Studiobetreiber. Erinnerungen an liebe Menschen, Haustiere oder Ereignisse werden so für die Ewigkeit festgehalten und fixiert.

Was das Alter der Kunden angeht, reicht das von 18 Jahren bis weit über die 70. „Alles, was jünger als 18 Jahre ist, wird hier nicht tätowiert“, sagt Melanie. Da nütze auch die Einverständniserklärung oder das Beisein der Eltern nichts.

Im Kreativbereich geht es zu wie in einer Arztpraxis, Sterilität und Sauberkeit sind oberstes Gebot. Geräte und Arbeitsutensilien sind so steril wie etwa in einer Zahnarztpraxis, die Sterilisatoren werden alle drei Monate von Fachfirmen überprüft. Bei den Motiven absolut out sind die vor Jahren so beliebten „Arschgeweihe“, die so manchen verlängerten Rücken von jungen Frauen zierten. Die können überarbeitet und in andere Kunstwerke umgearbeitet werden, ein so genannte Cover-up.

Ingo Haug (40), Serviceleiter aus Niederurff, hat sein erstes Tattoo, einen Rochen, bereits vor 25 Jahren erhalten. Eines der neuen zeigt seine Tochter Michelle.

Tanja Wüst (35), Angestellte aus Willingshausen, hat sich in den vergangenen elf Jahren fünf Verzierungen stechen lassen. Das jüngste davon ist ein Bild ihrer Katze Jamir.

Thomas Niederbröker (31), Soldat aus Kerstenhausen, ist seit 15 Jahren tätowiert. Das aktuellste seiner fünf Tattoos ist eine eigene Interpretation der drei Affen, die nichts sehen, hören und reden. (nh)

Von Peter Zerhau

Quelle: HNA

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