Ernährung im Alter soll vitaminreich und fettarm sein

Fortbildung für Alltagsbegleiter: Gesünder mit viel Gemüse

Polenta braten im gesunden Rapsöl: Ernährungsberaterin Ingeborg Vogel, die Alltagsbegleiterinnen Grete Schulz, Ksaweva Reszke, Karin Frank, Silke Terlinden und Koch Julian Stern aus Fulda.

Niedenstein. Die richtige Ernährung ist im Alter genauso wichtig wie in Kindheit und Jugend. Denn Senioren brauchen viele Vitamine und Mineralstoffe, aber sie benötigen nicht mehr so viel Energie.

Sie müssen folglich mit weniger Nahrung die gleiche Menge an Vitalstoffen zu sich nehmen. Dazu fand im Awo-Altenheim in Niedenstein jetzt eine Fortbildung der Alltagsbegleiter unter Leitung der Ernährungsberaterin Ingeborg Vogel statt.

Ältere Menschen sollten sich nach den neuesten Erkenntnissen vor allem vollwertig ernähren, so ihre Empfehlung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfehle 400 Gramm Gemüse pro Tag. „Das ist für viele nicht leicht“, erläuterte Alltagsbegleiterin Heidi Schulz.

Viele der Heimbewohner stammten aus der Nachkriegsgeneration, die in Folge der mageren Jahre Fleisch- und Kartoffelberge bevorzugten. „Nur 600 Gramm Fleisch und Wurst sollte man in der Woche zu sich nehmen.“ Da müsse man sich oft überlegen, wie man sie dazu bewege, mehr Gemüse und Obst zu essen.

„Daher kann es auch ein Ziel sein, immer mehr Gemüse und Vollkornprodukte anzubieten“, fügte Vogel hinzu. Im Alter lasse die Funktion der Organe wie der Bauchspeicheldrüse nach. Krankheiten wie Diabetes oder Übergewicht kämen oft dazu, bei einigen noch Schluck- oder Kaubeschwerden. Auch auf Allergien oder Lebensmittelunverträglichkeiten wie Laktoseintoleranz ging die Ernährungsberaterin in der Schulung ein.

Jeden Tag frisch gekocht

Die neuen Awo-Altenheime pflegen das Hausgemeinschaftskonzept: Die Bewohner leben in Gruppen mit eigener Wohnküche zusammen. „Es kommt nichts aus der Großküche, wir kochen jeden Tag frisch“, sagte der Leiter des Heims, Stefan Kundelov. Das Haus dufte so in der Mittagszeit nach Essen. Die Sinne würden dadurch angesprochen, der Appetit angeregt. Die Bewohner suchten sich jede Woche ihren Speiseplan aus und könnten sich auch beim Kochen beteiligen. Eine gute Kenntnis der richtigen Ernährung für Senioren sei daher wichtig. Die Hauptarbeit der Speisezubereitung übernehmen in der Wohn-Küche die Alltagsbegleiter.

Sie lernten mit Erstaunen, wie viel Zucker in Gummibärchen enthalten ist und welches Müsli am Morgen tatsächlich fit für den Tag macht.

Am Ende kochten alle gemeinsam: Es gab Kartoffelsuppe mit Kresse, Polenta mit pochiertem Fischfilet im Gemüsebett und Joghurttiramisu mit frischen Birnen.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare