Steigende Zahlen an HIV-Infektionen im Kreis

Steigende Zahl im Kreis: Gesundheitsamt warnt vor hoher Aids-Gefahr

Wolfhager Land. Die Zahl der HIV-Neudiagnosen hat wieder zugenommen. Dem Robert-Koch-Institut wurden im vergangen Jahr 32 Fälle aus der Region gemeldet. Im Jahr 2008 hatten sich zehn Personen mit dem Virus infiziert.

Aufgrund der kontinuierlich wachsenden Zahl an Neuinfektionen mit HI-Viren appelliert das Gesundheitsamt Region Kassel an die Bevölkerung, verantwortlich mit Sexualkontakten umzugehen. Wie die Auswertung der anonymisierten Meldebögen im Robert-Koch-Institut in Berlin ergeben hat, hat es allein von Juli bis September sechs HIV-Neudiagnosen im Postleitzahlengebiet 34 gegeben.

„Dieses erstreckt sich vom Raum Kassel über Habichtswald, Hofgeismar, Hann Münden, Bad Arolsen, Bad Wildungen und Fritzlar bis nach Schwalmstadt“, erläutert Christian Kollan vom Fachgebiet HIV/Aids des Robert-Koch-Institutes. Insgesamt sind es 82 Postleitzahlengebiete, die unter die Erfassung fallen.

„Auch wenn in diesem Zusammenhang die Zahl der Neuinfektionen auf den ersten Blick nicht dramatisch erscheint, muss man die Tendenz im Auge behalten“, fügt Kollan hinzu. „Wir brauchen nicht in Panik zu geraten“, sagt der Leiter des Hygienischen Dienstes vom Gesundheitsamt Region Kassel, Dr. Markus Schimmelpfennig.

„Aber wir haben allen Grund, die Bevölkerung an ihre Verantwortung im Umgang mit ihren jeweiligen Sexualpartnern zu erinnern. Das heißt in erster Linie, dass mit Ausnahme treuer Zweierbeziehungen beim Sex immer ein Kondom benutzt werden sollte.“

Die steigenden Fallzahlen in der Region führt Schimmelpfennig unter anderem auch darauf zurück, dass die besseren Behandlungsmöglichkeiten für HIV-Infizierte zu einem gewissen Leichtsinn verleiten würden. Darüber hinaus könne speziell die junge Generation die Mitte der 80er Jahre erlebte Angst vor einer damals tödlich bedrohlichen Erkrankung zum Teil nicht mehr nachvollziehen und handele deshalb unvorsichtig.

Von Melanie Triesch

 

Quelle: HNA

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