Gewänder für die Weisen aus dem Morgenland: 24 Kinder eingekleidet

Homberg. Krone oder Turban, ein Gewand in rot, grün, blau oder doch lieber bunt gemustert? Könige haben es nicht leicht. Davon zumindest ist Lukas überzeugt. Der Junge ist eines von insgesamt 24 Kindern, die am 5. und 6. Januar in Gewändern als „Heilige drei Könige“ durch Homberg und Knüllwald ziehen werden.

Doch bevor es soweit ist, musste erstmal die passende königliche Garderobe ausgewählt werden. Kurzerhand wurde ein Teil der Sakristei zum Ankleidezimmer für Könige. Jede Menge unterschiedliche Kleider hängen dicht an dicht auf den Stangen in einem Schrank des Raumes. Auf einem Tisch davor liegen Kronen aus Stoff, Kreide, Spendendosen und natürlich auch glänzende Sternenstäbe.

„Einige der Gewänder wurden bereits vor über 20 Jahren genäht“, sagt Heidi Böth. Sie ist eine der Helferinnen und heute mit Ulla Walde die Hüterin der Kleiderkammer. Aus alten Gardinen und anderen Stoffen wurden die Umhänge, Kronen und Gewänder genäht. Allesamt sind gut erhalten und sehr beliebt bei den Kindern. Manche werden von den Helferinnen nach dem Einsatz ausgebessert. Die Kinder dürfen aussuchen, was ihnen gefällt, nur muss die Größe passen und es sollte auch auf eine gewisse Farbharmonie geachtet werden

In insgesamt acht Gruppen werden die Kinder unterwegs sein. „Wir klopfen an die Türen und sammeln für Not leidende Kinder“, sagt Jolanda. Die Sechsjährige ist bereits zum dritten Mal mit den Sternsingern unterwegs. Diesmal schlüpft sie in die Rolle von Baltasar. Spaß mache ihr die Aufgabe. „Weil wir anderen Menschen helfen“, sagt das Mädchen. Aufgeregt sei sie nicht, fügt sie schnell an. „Ich mache das ja schon lange."

Für Jolanda ist klar, dass sie dieses Mal eine Krone tragen wird. Zum ersten Mal. Denn bislang waren die Kronen zu groß für sie. „Die sind mir immer ins Gesicht gerutscht. Deshalb habe ich immer Turban getragen“, fügt sie an und hält sich schon mal eine Krone mit einem glänzenden Aufnehmer an die Stirn. „Das sieht cool aus“, sagt Lukas. Er wird Melchior sein. „Ich trage einen Turban“, sagt er. Denn das sei irgendwie besser für Jungs. Nur der Umhang, den er sich ausgesucht hat, den muss er wieder ablegen. „Er ist zu lang und ich würde drauf treten und ihn kaputt machen“, sagt Lukas und greift zielsicher zu einem anderen Umhang. „Hauptsache nicht rosa“, nennt er sein wichtigstes Auswahlkriterium. Noch ein prüfender Blick in den Spiegel – Jolanda und Lukas sind zufrieden. Dann sind schon die nächsten Jungen und Mädchen an der Reihe. Eine kleine Schlange hat sich vor der Eingangstür gebildet, die Kinder dürfen gruppenweise in den Raum. „Wenn 24 Sternsinger gleichzeitig aussuchen dürften, dann hätten wir hier ein Chaos“, sagt Pfarrer Winfried Hahner und freut sich darüber, dass die Kinder so viel Freude dabei haben, Kindern in Not zu helfen.

Quelle: HNA

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