Aufführung von Orffs Carmina Burana auf der Freilichtbühne war ein voller Erfolg

Gewaltiges Klangerlebnis

Die Aufführung der Carmina Burana zog Hunderte auf die Freilichtbühne: Von oben links im Uhrzeigersinn das Mannheimer Schlagwerk mit den Chören, die Solisten mit von links Joaquín Asiain, Rinnat Moriah und Patrick Ruyters und junge Sänger auf einem Baumstamm: von links Hannah Schneider (10), Emma Susdorf (11), Theresa Schlede (8), Lea Berge (13) und Johanna Büttner (13). Fotos: V. Koch

Melsungen. Hunderte Zuhörer haben sich am Freitagabend auf den Weg zur Freilichtbühne in Melsungen gemacht. Im Schein der untergehenden Abendsonne und beim Gesang der Vögel lauschten sie dem Konzert mit Carl Orffs Carmina Burana in der fantastischen Waldkulisse.

Das riesige Ausmaß des Projekts Carmina Burana zeigte sich den Zuhörern, die es sich mit Sitzkissen und Decken auf Bänken, Steinen und selbst mitgebrachten Campingstühlen gemütlich gemacht hatten, schon vor den ersten Takten der szenischen Kantate: Allein bis alle der über 140 Chorsänger die Bühne betreten hatten, dauerte es eine Weile. An der Aufführung beteiligt waren das Vokalensemble Capella Antiqua Melsungen, die Melsunger Musikantengilde, die Kantorei, der Chor der Geschwister-Scholl-Schule, der Chor der Gesamtschule Melsungen und die Rotenburger Jugendkantorei.

Als dann beim ersten Stück der Benediktbeurer Lieder, „Fortuna imperatix mundi“ alle Chorsänger gemeinsam mit dem Mannheimer Schlagwerk und den Pianisten Eva Gerlach und David Andruss musizierten, offenbarten die Akteure dem über 400-köpfigen Publikum ein gewaltiges Klangerlebnis.

Bezirkskantor Christian Fraatz, der die Aufführung leitete, schaffte es, die Spannung zwischen Instrumentalisten, Solisten und dem Generationen übergreifenden Chor über die gesamte Aufführung hinweg aufrecht zu halten. Besondere Aufmerksamkeit lenkte der Tenor Joaquín Asiain auf sich. Er übernahm in Orffs Werk die Rolle des gebratenen Schwans.

Ohne Noten

Noten brauchte der geübte Solist dafür nicht. Schon über hundert Mal hat er die Rolle des Schwans auf Bühnen in ganz Europa gesungen. Aus voller Brust meisterte Asiain die Höhen des Stückes in glänzender Weise und zog das Publikum mit seiner ausdrucksstarken Gestik und Mimik in seinen Bann. Auch die zierliche Sopranistin Rinnat Moriah überzeugte mit dem vollen Klang ihrer Stimme. Ebenso Bariton Patrick Ruyters, der sein brillantes Können in allen drei Teilen der szenischen Kantate unter Beweis stellte.

Von Verena Koch

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare