Gewerbesteuer bringt der Region 7,9 Millionen Euro

Große Fläche: Das Hiddeser Feld bei Breuna. Von diesem Gewerbegebiet profitieren sowohl die Gemeinde Breuna als auch die Stadt Wolfhagen, die beiden Kommunen teilen sich das Areal. Foto: Privat/nh

Wolfhager Land. Die Gewerbesteuer ist für die Kommunen sehr wichtig - sie macht einen Großteil der Einnahmen aus. So viel Geld bekommen die Städte und Gemeinden der Region.

Die Gewerbesteuer macht etwa die Hälfte der Steuereinnahmen aus. Für den gesamten Landkreis Kassel sind das etwa 133 Millionen Euro, so die Angaben der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg. Mitarbeiter der sechs Kommunen im Wolfhager Land geben hier einen kleinen Einblick.

„Zunächst muss jedes Gewerbe angemeldet werden“, sagt Harald Kühlborn, Pressesprecher des Landkreises Kassel. „Von denen zahlt aber nicht jedes Unternehmen Gewerbesteuer“, fügt Stefan Hable (CDU), Bürgermeister der Stadt Naumburg hinzu. Der Grund: Nur Gewerbe, die für eine Gewinnsumme über dem Freibetrag von 24.500 Euro sorgen, müssen die Abgabe zahlen. Hables Kommune habe im vergangenen Jahr etwa 800 000 Euro eingenommen. Von zirka 150 angemeldeten Gewerben hätten 60 zu der Einnahme beigetragen.

Mit ebenso viel zahlenden Betrieben konnte die Kommune Breuna im Vorjahr rechnen. „Unsere Gemeinde bekommt von ihnen insgesamt um die 600.000 Euro“, sagt Bürgermeister Klaus-Dieter Henkelmann. Auch die Gemeinde Bad Emstal hat eine zweistellige Zahl von Firmen, die Steuern zahlen müssen. „2014 haben wir 669.000 Euro eingenommen - und das von 80 Unternehmen“, erklärt Kämmerer Dirk Hofmann.

Haushalt aufbessern 

Für die Ermittlung der Gewerbesteuer, die je nach Unternehmen unterschiedlich hoch ausfällt, wird unter anderem der Hebesatz benötigt. „Auch dieser ist je nach Kommune unterschiedlich. Je höher der Hebesatz, umso mehr Geld bekommt die Kommune. Die Gefahr besteht aber, dass sich Unternehmen dort nicht niederlassen wollen“, erklärt Harald Kühlborn. Vor allem Kommunen mit defizitärem Haushalt würden die Variable benutzen, um höhere Einnahmen zu erzielen.

Fast alle Kommunen im Wolfhager Land hätten 2014 und 2015 den normalen Hebesatz von 380 Prozent angewendet.

Nur Habichtswald setzte einen Wert von 390 Prozent an. Zum Vergleich: Der Durchschnitt im Landkreis Kassel liege bei circa 387 Prozent, so Pressesprecher Harald Kühlborn

Obwohl lediglich die Gemeinde Habichtswald einen höheren Hebesatz anwendet, ist der Einnahmewert - trotz 150 zahlender Gewerbebetriebe - im Vergleich der niedrigste. „Er lag im Vorjahr bei 453.000 Euro“, sagt Kämmerin Ayse Cetin. Zierenberg hat mit etwa einer Million Euro und 100 Zahlern den zweithöchsten Wert. Führend ist die Stadt Wolfhagen mit knapp 4,4 Millionen Euro und etwa 300 Gewerbebetrieben. Für 2015 wird eine Steigerung um 1,2 Millionen Euro erwartet.

„Die Werte sind vorläufig, da die geprüften Jahresbeschlüsse noch nicht vorliegen“, sagt Jan Winarski, stellvertretender Leiter des Finanzservice. Insgesamt liegen die Gewerbesteuer-Einnahmen im Altkreis bei 7,9 Millionen Euro.

Berechnung der Gewerbesteuer 

Die Gewerbesteuer setzt sich aus zwei Variablen zusammen. Eine von ihnen ist der Hebesatz. Dieser wird von den Kommunen selbst festgelegt. Ein relativ verbreiteter Wert sind 380 Prozent, so Harald Kühlborn, Pressesprecher des Landkreises Kassel. Die Variable kann eigenständig erhöht werden - wird vor allem von Kommunen mit defizitärem Haushalt verwendet, um höhere Einnahmen zu erzielen.

Der zweite Wert ist der Gewerbesteuer-Messbetrag. Bei diesem kommt es auf den Gewinn des Unternehmens an. Bis zu 24.500 Euro gelten als Freibetrag. Alles, was darüber liegt, muss versteuert werden. Das zuständige Finanzamt schickt dann der Gemeinde einen Messbetrag für das jeweilige Gewerbe zu, der von dem Gewinn abhängig ist.

Der Messbetrag wird anschließend mit dem Hebesatz multipliziert, so dass die zu zahlende Gewerbesteuer entsteht. Der Standort der Betriebsstätte des Unternehmens entscheidet darüber, welcher Hebesatz verwendet wird und welche Kommune die Gelder bekommt. Gibt es mehrere Niederlassungen, so kommt es zur Gewerbesteuerzerlegung. So können wegen eventuell variierender Hebesätze unterschiedliche Steuerhöhen für das Gewerbe entstehen.

Quelle: HNA

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