Reinigungskräfte unterstützen nur

Kühlborn: Flüchtlinge säubern Unterkünfte in Gasterfeld selbst

Harald Kühlborn

Gasterfeld. Die Flüchtlinge, die in der Pommernanlage in Gasterfeld untergebracht sind, reinigen ihre Unterkünfte selbst. Das sagt Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel, auf eine HNA-Anfrage, die erfahren hatte, dass die Kreisverwaltung zwei Reinigungskräfte für die Asylbewerberunterkünfte beschäftigt.

Kühlborn bestätigte, dass es Verträge mit zwei Frauen gibt, die jeweils für 19 Stunden pro Woche im Asylbewerberheim tätig seien. Ihr Aufgabe sei es, einen Putzplan für die Gemeinschaftsräume zu erstellen und darauf zu achten, dass dieser von den Bewohnern auch eingehalten wird. „Sie unterstützen die Asylbewerber und zeigen, was zu tun ist“, sagt Kühlborn. Probleme bei der Reinhaltung der gemeinsam genutzten Räume gebe es mitunter bei Männern, die allein reisen, also ohne Ehefrau. In ihren traditionellen Kulturkreisen seien sie es gewohnt, dass Frauen fürs Putzen zuständig sind.

Die Reinigungskräfte des Landkreises seien zudem verantwortlich für die Pflege bei Zimmerwechseln. Bei 95 Plätzen in Gasterfeld komme es immer wieder vor, dass Menschen abgeschoben werden, in private Wohnungen umziehen und neue Asylbewerber untergebracht werden müssen, sagt der Sprecher der Kreisverwaltung. „Wir müssen sehr flexibel agieren, denn von Abschiebungen erfahren wir nur sehr kurzfristig.“ Dann komme es vor – wie kürzlich geschehen – dass die Reinigungskräfte aus ihrem Urlaub geholt werden müssten.

Die beiden Frauen pflegten darüber hinaus die Flure, die nicht zu den Wohnungen der Flüchtlinge gehören. „Da haben wir sicher noch Luft nach oben“, räumt Kühlborn ein. Schließlich seien die Flure nicht anders zu betrachten als ein Treppenhaus in einem Wohnhaus und für dessen Reinigung sind ja auch die Mieter zuständig.

Standards einhalten

In der Pflicht ist der Landkreis Kassel bei der Einhaltung hygienischer Standards. Schon allein deshalb stehe er in der Verantwortung, um den Ausbruch und die Verbreitung von Krankheiten zu verhindern. Das bedeutet: Würden die Flüchtlinge die Reinigung ihrer Unterkünfte und Gemeinschaftsräume verweigern – was nicht der Fall ist – dann müssten die Reinigungskräfte der Kreisverwaltung die Säuberung komplett übernehmen.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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