Neujahrsempfang: Gewerkschaft erwartet deutlich positive Tendenzen im Jahr 2012

DGB gibt sich kämpferisch

Zeigten sich kämpferisch: DGB-Kreisvorsitzender Klaus Schelberg, IG-Metallvorstand und Bundestagsabgeordneter Ullrich Meßmer, Michael Rudolph und Andreas Stippich vom DGB. Foto: Thiery

Schwalm-Eder. Nach dem guten Wirtschaftsjahr 2011 müssen die Menschen wieder angemessen am Erfolg der Unternehmen beteiligt werden: So lautete das Fazit von Ullrich Meßmer, Hauptredner beim DGB-Neujahrsempfang des Kreisverbandes Schwalm-Eder. Er ist SPD-Bundestagsabgeordneter und Vorstandsmitglied der IG-Metall und sieht darin einen guten Grund, stärker als bisher Arbeitnehmerrechte einzufordern.

Der SPD-Mann gab sich kämpferisch. Die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder sei im vergangenen Jahr in Nordhessen um 700 gestiegen. „Die Leute wollen sich nicht mehr darauf verlassen, dass die Märkte alles regeln“, sagte er. „Wir müssen wieder stärker zusammenhalten“, fasste er die positive Tendenz zusammen. Meßmer sieht eine klare Richtung zu mehr Sachlichkeit und Verantwortung: „Wir müssen uns wieder fragen, was die brauchen, die uns wählen.“

Deswegen forderte er die Einführung von Mindestlöhnen, auch um der Altersarmut vorzubeugen sowie eine Gleichstellung für Leiharbeiter: „Sie müssen dieselben Löhne wie alle anderen bekommen“. Er plädierte für unbefristete Zeitarbeitsverträge bei der Betriebsübernahme nach Ausbildung und eine moderate und flexiblere Beurteilung des Rentenalters von 67 Jahren.

Eine gute Zeit für gewerkschaftliche Forderungen sieht auch Klaus Schelberg, Kreisvorsitzender des DGB. „Der Exportweltmeister Deutschland beutet weiter seine Arbeitnehmer aus“, kritisierte er und plädierte für mehr soziale Verantwortung statt Profitgier. „Die Menschen müssen von ihrem Einkommen leben können“, unterstrich Landrat Frank-Martin Neupärtl.

Thema war auch Europa: Dessen Einigung sei eine Entwicklung hin zum Frieden gewesen, aber auch zum gemeinsamen Wirtschaften. Bei einem so großen Projekt gebe es aber auch Fehler, räumte Meßmer ein.

Nun müsse ein gemeinsames Wachstum für alle Europäer Ziel sein. Dafür müsse es ein europäisches Investitionsprogramm geben für Straßenbau und die Energiewende. Um das zu finanzieren, forderte Meßmer die Einführung der Vermögenssteuer, eine Solidaranleihe und die Finanz-Transaktionssteuer.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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