Satirischer Rückblick: Kabarettist servierte witzige Lösungen für feuchte 2011er-Problemfälle

Giesekings stark durchnässtes Jahr

Ordnete gestenreich das Jahreschaos: Bernd Gieseking war wieder einmal mit seinem satirischen Rückblick zu Gast im Wolfhager Kino. Foto: Sommerlade

Wolfhagen. „Blickt hier noch irgendjemand durch?“ Bernd Giesekings Frage zu Beginn seines satirischen Jahresrückblicks „Ab dafür“ im Wolfhager Cinema war berechtigt. Denn schließlich ist die Lage unübersichtlich: Schlagzeilen für die verschwundene Kuh Yvonne, ein mit Fantastrilladen ausgestatteter Rettungsschirm und zwei Milliarden Zuschauer bei der Hochzeit eines 29-Jährigen mit Haarausfall, der die Tochter eines Scherzartikelherstellers ehelicht.

Welch’ glückliche Fügung, dass dem Wolfhager Publikum der Kabarettist aus Ostwestfalen zur Seite stand, der gesten- und geistreich die Fakten ordnete, das Durcheinander sortierte und anschließend daraus ein zweistündiges Programm machte.

Westerwelle im Wasser

„Das Jahr 2011 ist ein feuchtes Jahr.“ Nicht nur der verregnete Sommer veranlasste Gieseking zu dieser Behauptung. Denn zu Guttenberg ist baden gegangen, Westerwelle stand das Wasser bis zum Hals und Putin war tauchen. Um dann mit zwei antiken Vasen aufzutauchen, die vor ihm niemand entdeckt hatte. „Welche Schätze könnten gehoben werden, wenn der Mann sich aufs Tauchen konzentrieren würde“, frotzelte Gieseking.

Schatztauchen könnte auch die Rettung für Griechenland sein. Die Ursache dafür, dass es den Griechen so schlecht geht, hatte Gieseking übrigens schnell ausgemacht. „Ein Ouzo umsonst nach jedem Essen, das summiert sich.“ Schlechter dran als Griechenland sind nur noch die Börse und die FDP. Die Börse und Griechenland würde Gieseking ja gerne retten.

Für die FDP hatte er nur ein Gebet übrig: „Lieber Gott, oh je oh je, kümmere dich mal um die FDP.“ Der „Boss von allem“ folgte auch prompt der Aufforderung und rief beim Kabarettisten an. Doch in Sachen FDP war selbst Gott hilflos, wie dessen zerknirschtes Eingeständnis „Mir sind die Dinge ein wenig aus dem Ruder gelaufen“ eindrucksvoll belegte. Weil man Gott aber nicht alle Tage an der Strippe hat, nutzte Gieseking denn auch gleich die Gelegenheit zur ultimativen Fragestunde.

Ging beispielsweise Bin Laden in einen Laden, um all die Pornos zu kaufen, die man später in seinem Versteck fand? Oder hat er diese möglicherweise bei Amazon bestellt und damit verräterische Spuren in der Kundenkartei hinterlassen, welche wiederum niemals von der CIA entdeckt wurden?

Um Rat bat auch Karl-Theodor zu Guttenberg. Aber ihm vermochte Gieseking beim besten Willen nicht zu helfen. „Der Mann ist abgeschrieben, weil er abgeschrieben hat“, resümierte er.

Auch diese Pointe saß, wie noch viele weitere beim mittlerweile 18. Jahresrückblick. Das Wolfhager Publikum dankte es mit lang anhaltendem Applaus.

Von Martina Sommerlade

Quelle: HNA

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